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Netzentgelt-Atlas: Mit zeitvariablen Stromnetzentgelten bis zu 90 Prozent der Kosten sparen

Seit gut einem Jahr sind die Stromnetzbetreiber in Deutschland verpflichtet, zeitvariable Netzentgelte anzubieten. 1KOMMA5° hat die Preisstruktur von rund 750 Verteilnetzbetreibern analysiert und zeigt das Sparpotenzial. Außerdem zeigen wir in einer interaktiven Karte die zeitvariablen Netzentgelte für jede Postleitzahl in Deutschland.
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3 min

Das Wesentliche in Kürze

  • Haushalt mit intelligenter Energiesteuerung spart im Beispiel über 380 Euro pro Jahr durch günstige Netzentgelte

  • Knapp 750 Netzbetreiber untersucht: Günstige Niedertarife schwanken zwischen 0,3 und sieben Cent je Kilowattstunde

  • Netzdienliches Verhalten wird durch zeitvariable Netzentgelte belohnt

Seit rund einem Jahr sind Stromnetzbetreiber in Deutschland verpflichtet, Haushaltskunden mit steuerbaren Verbrauchseinrichtungen (Wärmepumpen, Batteriespeichern, Wallboxen) zeitvariable Netznutzungsentgelte anzubieten. Sie sollen Verbraucherinnen und Verbraucher dazu animieren, ihren Stromverbrauch in Zeiten niedriger Netznutzung zu legen und Zeiten hoher Netzauslastung zu vermeiden. Der Anreiz ist groß. Je nach Netzbetreiber liegen zwischen dem günstigen Niedertarif und dem Standardtarif für die Netznutzung bis zu 90 Prozent Preisunterschied. 

1KOMMA5° zeigt an einem Beispiel, wie viel Geld sich allein durch die Nutzung zeitvariabler Netzentgelte sparen lässt, und präsentiert eine Analyse von 750 Netzbetreibern in einer interaktiven Karte.

Haushalt mit intelligenter Energiesteuerung spart im Beispiel über 380 Euro pro Jahr durch günstige Netzentgelte

Eine Beispielrechnung zeigt das Sparpotenzial von zeitvariablen Netzentgelten. Eine Familie im Einfamilienhaus in Berlin zahlt im Standardtarif 7,58 Cent pro Kilowattstunde für die Netznutzung. Für den Stromverbrauch zwischen 22:00 Uhr und 5:00 Uhr sind es nur 2,31 Cent.

Durch E-Auto, Wärmepumpe und Heimspeicher kommt die Familie auf einen jährlichen Stromverbrauch von 9.000 kWh. Eine intelligente Energiesteuerung sorgt dafür, dass das Auto vorwiegend nachts (90 Prozent) lädt, die Wärmepumpe ein Viertel ihrer Energie in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden bezieht und der Speicher etwa 1.000 kWh im Jahr in dieser Zeit auflädt.

9.000 kWh zum Standardtarif kosten etwa 682 Euro für die Netznutzung. Durch die Verwendung des Niedertarifs fallen nur noch 421 Euro im Jahr an. Zusätzlich zieht der Netzbetreiber pauschal 124 Euro für die Nutzung der zeitvariablen Netzentgelte ab. Das ist eine jährliche Ersparnis von 385 Euro.1

„Um von dem Sparpotenzial der zeitvariablen Netzentgelte zu profitieren, ist ein intelligenter Stromzähler, ein sogenannter Smart Meter, Grundvoraussetzung“, sagt Jannik Schall, Produktchef und Mitgründer von 1KOMMA5°.Wer seinen Stromverbrauch mit KI intelligent steuert, bezieht Strom gezielt zu den niedrigsten Preisen. Denn oft ist Strom in Zeiten niedriger Netzentgelte an der Strombörse ebenfalls besonders günstig, was das Sparpotenzial nochmals erhöht. Würden alle Besitzerinnen und Besitzer von Wärmepumpen, Speichern oder Wallboxen intelligent steuern, würden nicht nur die Haushalte finanziell profitieren, sondern auch die Kosten des Netzausbaus deutlich reduziert werden.

Knapp 750 Netzbetreiber untersucht: Günstige Niedertarife schwanken zwischen 0,3 und sieben Cent je Kilowattstunde

1KOMMA5° hat die zeitvariablen Netzentgelte von rund 750 Netzbetreibern untersucht. Der Standardtarif für die Netznutzung kostet über alle betrachteten Netzbetreiber 7,3 Cent netto pro Kilowattstunde, der günstige Niedertarif im Schnitt nur 2,2 Cent. Das sind rund 70 Prozent weniger.

Der Unterschied kann aber auch größer ausfallen. Zum Beispiel in Neumarkt in der Oberpfalz zahlen Stromkundinnen und Stromkunden im Standardtarif 3,9 Cent pro Kilowattstunde, im Niedertarif nur 0,39 Cent. Das sind 90 Prozent weniger. 

„Die Netzentgelte machen gut ein Viertel des Strompreises in Deutschland aus“, sagt Jannik Schall. „Wer die zeitvariablen Netzentgelte nutzen kann, senkt diesen Anteil aber zeitweise massiv. Je nach örtlichem Netzbetreiber ergibt das schnell mehrere Hundert Euro Ersparnis im Jahr.“ 

Mit Blick auf die Deutschlandkarte fällt auf, dass die zeitvariablen Netzentgelte von den Netzbetreibern sehr unterschiedlich gestaltet werden. Im günstigsten Fall kostet die Netznutzung im Niedertarif nur 0,3 Cent, im teuersten Fall fast sieben Cent. Die Preisunterschiede zwischen Standard- und Niedertarif schwanken zwischen 90 und 30 Prozent. Vor allem im Nord- und Südosten Deutschlands sind große Sparpotenziale verbreitet. Dafür sind mögliche Ersparnisse um die 90 Prozent im Westen und Südwesten seltener zu finden.  

Netzdienliches Verhalten wird durch zeitvariable Netzentgelte belohnt

Da die Stromproduktion aus Wind und Sonne schwankt, sollen zeitvariable Netzentgelte dazu beitragen, das Ungleichgewicht im Netz auszugleichen. Deshalb belohnen Netzbetreiber Stromkundinnen und -kunden mit günstigen Niedertarifen in Zeiten hoher Stromproduktion bei gleichzeitig geringer Nachfrage. Sie gelten oft nachts oder zur Mittagszeit. Gleichzeitig verteuern Netzbetreiber den Strombezug im Hochtarif, wenn wenig Strom aus erneuerbaren Energien auf hohe Nachfrage trifft. 

Die zeitvariablen Netzentgelte gelten für Kunden mit steuerbaren Verbrauchsgeräten über 4,2 kW Leistung. Dazu zählen zum Beispiel Wallboxen, Wärmepumpen und die meisten Stromspeicher. Diese können vom Netzbetreiber im Gegenzug in ihrer Leistung angepasst werden, um das Netz an kritischen Zeitpunkten zu stabilisieren. Die Steuerung von außen passiert allerdings nur in seltenen Fällen. Kunden mit intelligenter Steuerung spüren Auswirkungen in der Praxis fast überhaupt nicht. Alle Geräte können auch in dieser Zeit genutzt werden. Entscheidet man sich als Verbraucher für die zeitvariablen Netzentgelte, erhält man zusätzlich noch einen jährlichen Pauschalbetrag von durchschnittlich 120 Euro. 

Quellen

1Szenario A: Ohne Steuerung: Alle 9.000 kWh werden zum Standardtarif abgerechnet:9.000 kWh x 0,0758 € = 682,20; Szenario B: Mit zeitvariablen Netzentgelten. Aufteilung des Verbrauchs in NT und ST auf: E-Auto: 2.700 kWh x 0,0231 € + 300 kWh x 0,0758 € = 85,11 €, Wärmepumpe: 1.250 kWh x 0,0231 € + 3.750 kWh x 0,0758 € = 313,13 €, Batterie: 1.000 kWh x 0,0231 € = 23,10€, Nettopreise vor Steuern und Abagben

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