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Lohnt sich ein Speicher mit Notstromfunktion?

Bei einem Stromausfall produziert deine Photovoltaik-Anlage nicht automatisch weiterhin Strom. Auch den gespeicherten Strom in der Batterie kannst du nicht ohne Weiteres nutzen. Dazu brauchst du eine Anlage bzw. einen Speicher mit Notstromfunktion – oder Ersatzstrom. Wir klären den Unterschied und inwieweit Not- oder Ersatzstrom überhaupt nötig sind.

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Das Wesentliche in Kürze

  • Was kann ein Stromspeicher mit Notstromfunktion? Notstrom ist für sensible Prozesse in Krankenhäusern oder Rechenzentren sehr wichtig: Bei einem Stromausfall funktioniert alles praktisch unterbrechungsfrei weiter. Im privaten Haushalt kommen solche Hochleistungssysteme zur unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) aber nicht zum Einsatz. Dafür gibt es Notstrom- bzw. Ersatzstromspeicher. 

  • Notstrom vs. Ersatzstrom: Ein Notstrom-Batteriespeicher versorgt in deinem Haushalt in der Regel nur eine einzelne Steckdose. Ein Speicher mit Ersatzstromfunktion kann hingegen die Stromversorgung deines gesamten Haushalts oder eines großen Teils davon gewährleisten. 

  • Brauchst du einen Speicher mit Notstromfunktion bzw. Ersatzstromfunktion? Nicht wirklich. Im Durchschnitt dauert ein Stromausfall in Deutschland nicht einmal eine Viertelstunde. Der oft gefürchtete Blackout ist zwar nicht unmöglich, aber ziemlich unwahrscheinlich.

  • Notstrom bzw. Ersatzstrom nachrüsten: Wenn dir die konstante Stromversorgung für den Fall der Fälle wichtig ist, kannst du dich entweder von Anfang an für einen Speicher mit Notstromfunktion bzw. Ersatzstromfunktion entscheiden oder – sofern technisch kompatibel – einen entsprechenden Wechselrichter nachrüsten.

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PV-Anlagen und Speicher – keine automatische Notstromversorgung?

Du hast eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach und vielleicht auch den passenden Stromspeicher dazu. Reicht das nicht, um bei einem Stromausfall abgesichert zu sein? Leider nicht. Denn Photovoltaik-Anlagen produzieren Solarstrom nur, während er in das öffentliche Netz eingespeist werden kann (unabhängig davon, ob du das tust oder nicht). Bei einem Stromausfall schaltet sich die Anlage automatisch ab. Genauso ist es auch mit dem Batteriespeicher: Selbst wenn er geladen ist, kommst du an den Strom nicht heran.

Eine Notstromversorgung bekommst du also nicht automatisch. Wenn sie dir wichtig ist, benötigt dein Batteriespeicher eine Notstrom- oder Ersatzstromfunktion. Dazu ist insbesondere ein notstromfähiger Wechselrichter nötig. Er kann schon bei der Installation verbaut werden, oft hast du aber auch die Möglichkeit, ihn nachrüsten zu lassen.

In Deutschland kommst du in der Regel gut ohne Notstrom aus. Wir werfen gleich einen Blick darauf, wie es um die Stromversorgung steht und ob und wie du vorsorgen solltest. Zuerst klären wir aber den wichtigen Unterschied zwischen Notstrom und Ersatzstrom.

Batteriespeicher, PV-Speicher, Stromspeicher? Was ist was?

Alle Begriffe bezeichnen einen Akku oder eben Speicher, in dem du Strom für die spätere Verwendung aufbewahren kannst – ob dieser Strom aus der Solaranlage oder dem Stromnetz stammt, ist für die Funktion des Speichers erstmal unerheblich. Die Bezeichnungen PV-Speicher oder auch Solarspeicher sind gängig, weil die Technologie häufig im Zusammenhang mit Photovoltaik-Anlagen genutzt wird. Aber du kannst einen Stromspeicher genauso gut gebrauchen, um – in Kombination mit einem dynamischen Stromtarif wie Dynamic Pulse von 1KOMMA5° – Strom zu besonders günstigen oder sogar negativen Preisen aus dem Netz zu beziehen und damit später zum Beispiel deine Wärmepumpe oder Wallbox zu betreiben.

Notstrom vs. Ersatzstrom: Welchen Speicher brauchst du?

In Krankenhäusern oder Rechenzentren, wo selbst kürzeste Stromunterbrechungen großen Schaden anrichten können, kommen Systeme zur unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) zum Einsatz. Sie schalten sich bei einem Stromausfall innerhalb von Millisekunden ein, damit alles problemlos weiterläuft.

Solche komplexen und teuren Systeme brauchst du im privaten Haushalt üblicherweise nicht. Hier kannst du zwischen einem Speicher mit Notstromfunktion oder mit Ersatzstromfunktion wählen:

Speicher mit Notstromfunktion

Ein Batteriespeicher mit Notstromfunktion versorgt häufig nur eine einzige Steckdose oder einen kleinen Stromkreis. Diese Lösung ist praktisch, wenn du während eines Stromausfalls Handy oder Laptop laden möchtest.

Speicher mit Ersatzstromfunktion

Mit Ersatzstrom kannst du einen größeren Teil deines Haushalts oder sogar alle Geräte mit Strom versorgen – solange der Strom in der Batterie eben reicht. Das ist praktisch, wenn du zum Beispiel eine Wärmepumpe und Wallbox betreibst. 

Je nach Größe des Batteriespeichers kannst du einige oder alle Geräte in deinem Haushalt für einige Stunden oder – wenn du deinen Stromverbrauch reduzierst – sogar Tage betreiben, auch wenn der Strom über längere Zeit ausfällt. Die Möglichkeiten schauen wir uns gleich genauer an. Zuerst aber die Frage: Ist das überhaupt nötig?

Ist ein Ersatzstrom- oder Notstrom-Batteriespeicher notwendig?

Deutschland gehört weltweit zu den Ländern mit der sichersten Stromversorgung. Stromausfälle passieren, aber in den letzten 10 Jahren betrug die Unterbrechungsdauer im Durchschnitt 12,7 Minuten, zuletzt 12,8 Minuten im Jahr 2023. Selbst wenn du deinen ersten Kaffee noch nicht hattest, ist das vermutlich auszuhalten. 

Vielleicht hast du aber schon einmal einen längeren Stromausfall erlebt – auch das kommt vor. Für den Winter 2022/2023 ging die Bundesregierung aufgrund verschärfender äußerer Umstände (u. a. Dürre im Sommer, Niedrigwasser in Flüssen, angespannte Lage auf den Energiemärkten) davon aus, dass es zu längeren Ausfällen kommen könnte. Die vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW – zuständig für die Stabilität des Stromnetzes – bekamen daher den Auftrag, Stresstests durchzuführen. Das Ergebnis: Sie sahen eine Mangelversorgung mit Strom über einen Zeitraum von einigen Stunden als möglich, aber unwahrscheinlich an.

Zu einer solchen Mangelversorgung kam es nicht, und auch insgesamt gilt der gefürchtete Blackout in Deutschland als ausgesprochen unwahrscheinlich

Gut zu wissen: Stromausfall vs. Blackout

Zu einem Stromausfall kommt es, wenn – zum Beispiel durch Bauarbeiten – Stromkabel beschädigt werden. Solche Stromausfälle sind lokal begrenzt und dauern wenige Minuten bis Stunden. Sie sind für Unternehmen und Privathaushalte störend, aber nicht gefährlich. 

Von einem Blackout spricht man hingegen, wenn ein großflächiger Stromausfall sehr viele Menschen und Institutionen betrifft, etwa eine ganze Stadt. Beschädigte Hochspannungsleitungen oder schwere Unwetter könnten einen solchen Blackout auslösen. Gegeben hat es ihn in Deutschland noch nie – die Folgen wären aber weitreichend und würden zu einer Krisensituation führen, insbesondere wenn der Blackout über Tage oder sogar Wochen anhält. 

Das bedeutet: Ein Solarspeicher mit Notstromfunktion oder Ersatzstrom ist grundsätzlich nicht nötig. Einen gewöhnlichen Stromausfall kannst du in den meisten Fällen wahrscheinlich problemlos aussitzen, und im Falle eines Blackouts wäre ein Stromspeicher mit Notstromfunktion wiederum nicht ausreichend – denn selbst mit vollgeladenem Speicher überbrückst du maximal ein bis zwei Tage, aber nicht ein bis zwei Wochen. Dafür reicht die Leistung üblicher Heimspeicher einfach nicht. 

Vorbereiten kannst du dich trotzdem:

  • Kleinere Stromausfälle beeinträchtigen das Handynetz nicht, aber natürlich braucht dein Smartphone Strom. Mit einer vorsorglich geladenen Powerbank kommst du schon weiter. 

  • Kühlschränke und Tiefkühltruhen bereiten in der Regel keine Probleme. Ein Stromausfall von einigen Stunden kann ihnen nichts anhaben. 

  • Manche Menschen haben die Sorge, dass ihre Wärmepumpe bei einem Stromausfall das Haus nicht mehr ausreichend heizen kann. Allerdings hat eine Wärmepumpe oft einen Pufferspeicher. Dieser hält heißes Wasser für Heizung (und ggf. Warmwasser) bereit, mit dem du einige Stunden überbrücken kannst. 

  • Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, für den unwahrscheinlichen Fall eines Blackouts Wasser, Hygieneartikel und Lebensmittel, die ohne Kühlung haltbar sind, zu lagern. 

  • Taschenlampen und Batterien zu Hause zu haben, ist ebenfalls eine gute Idee.

Welche Speicher mit Notstromfunktion gibt es?

Du hast dich entschieden und möchtest Notstrom oder Ersatzstrom in petto haben? Für die Umsetzung hast du drei Möglichkeiten:

  1. Batteriespeicher mit Notstromfunktion für eine Steckdose

  2. Batteriespeicher mit umfassenderer Ersatzstromfunktion

  3. Batteriespeicher mit Ersatzstromfunktion und solarem Nachladen

Schauen wir sie uns der Reihe nach an. 

1. Batteriespeicher mit Notstromfunktion

Mit Notstrom lässt sich eine einzelne Steckdose im Haus mit Strom versorgen – auch bei einem Stromausfall. Du kannst dann in diese Steckdose einfach die Geräte einstöpseln, die du betreiben oder laden möchtest. Du brauchst dazu einen bestimmten Wechselrichter, der einen Netzausfall erkennt. Geeignet ist dieses Verfahren hauptsächlich für kleinere Verbraucher wie beispielsweise dein Smartphone oder einen Laptop

Je nach technischer Ausführung kann deine Solaranlage während des Stromausfalls weiterhin Solarstrom produzieren und den Speicher laden. Das nennt sich „solares Nachladen“. Die Regel ist das aber nicht. 

2. PV-Speicher mit Ersatzstromfunktion

Wenn du Ersatzstrom haben möchtest, kommt zum notstromfähigen Wechselrichter am Batteriespeicher noch eine weitere Komponente hinzu, meist Backup Box oder Umschaltbox genannt. Bei einem Stromausfall trennt diese Backup Box den Wechselrichter vom Netz und errichtet sozusagen ein eigenes kleines Stromnetz – im sogenannten „Inselbetrieb“.

Mit diesem Setup kannst du entweder dein Haus insgesamt oder Geräte als Teil eines festgelegten Stromkreises versorgen. Du kannst bei der Installation zum Beispiel bestimmen, dass die Wärmepumpe weiterlaufen soll. 

Diese Variante ist flexibler als die einfache Steckdose für Notstrom, jedoch auch entsprechend aufwendiger und teurer. Allerdings ist sie auch sehr komfortabel. Insbesondere wenn dein Speicher gerade voll geladen war und du deinen Stromverbrauch so weit wie möglich reduzierst, kannst du mit Ersatzstrom einige Zeit überbrücken – auch nachts.

3. PV-Speicher mit Ersatzstromfunktion und solarem Nachladen

Noch unabhängiger machst du dich, wenn auch deine Photovoltaik-Anlage weiterhin arbeiten kann. Über das solare Nachladen haben wir schon kurz gesprochen. In dieser dritten Variante kombinierst du PV-Speicher und notstromfähige PV-Anlage. So kannst du sowohl den Strom aus dem Speicher nutzen als auch den Speicher nachladen, wenn die Sonne scheint

Dieses Setup ist sicher das komfortabelste, zugleich aber auch am aufwendigsten. Du kannst es als eine Art Rundum-sorglos-Paket betrachten, das du in Deutschland eher nicht benötigst – es kann dir aber zusätzliche Sicherheit geben. 

Wie weit kommst du mit der Notstromfunktion eines Speichers?

Ob und inwieweit ein Batteriespeicher mit Notstromfunktion oder Ersatzstromfunktion deinen Strombedarf decken würde, kannst du grob so berechnen:

  • Ermittle deinen durchschnittlichen Stromverbrauch pro Jahr. 

  • Teile ihn durch 365, um deinen ungefähren Stromverbrauch pro Tag auszurechnen. 

  • Beachte, dass der Strombedarf im Winter höher und im Sommer niedriger sein kann. 

  • Teile die (tatsächlich genutzte) Kapazität deines Speichers durch deinen Tagesstromverbrauch.

Dazu ein Rechenbeispiel:

  • Deine Familie verbraucht im Jahr 4.500 kWh Strom.

  • Du teilst durch 365 und erhältst ungefähr 12,3 kWh Verbrauch pro Tag.

  • Sagen wir, du hast einen not- bzw. ersatzstromfähigen Speicher mit einer nutzbaren Energie von 8 kWh.

  • Wenn der Speicher vollgeladen ist, rechnest du 8 kWh ÷ 12,3 ≈ 0,65. 

  • Du könntest also etwa zwei Drittel eines Tages, rund 16 Stunden, überbrücken.

Reduzierst du deinen Stromverbrauch auf das Nötigste, kommst du mit deinem Speicher entsprechend weiter – und ebenso, wenn du mit deiner PV-Anlage nachladen kannst.

Energiemanager Heartbeat
Stromspeicher

Unsere Speicher mit Ersatzstromfunktion: flexibel und kompatibel

1KOMMA5° stattet deinen vorhandenen Batteriespeicher auf Wunsch mit der praktischen Backup Box für Ersatzstrom aus. Die Installation per Plug & Play könnte nicht einfacher sein – einstecken, fertig. 

Du hast noch gar keinen Speicher? Dann helfen wir dir, deinen Batteriespeicher von Anfang an richtig zusammenzusetzen – ob mit oder ohne Ersatzstrom. 

Fazit: Notstrom ist nicht unbedingt notwendig, kann aber nützlich sein.

Du kommst zwar in Deutschland auch ohne Ersatzstrom- oder Notstrom-Batteriespeicher gut zurecht, aber ein wenig zusätzliche Sicherheit schafft er doch. Bist du noch unsicher, wie dein Setup aussehen soll? Wir beraten dich und rechnen mit dir durch, wie schnell sich dein Stromspeicher amortisiert