Solaranlage kaufen Bundle

Bleib cool: Wie du mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe kühlen kannst

Wusstest du, dass eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kühlen und heizen kann? Eine Wärmepumpenheizung funktioniert nämlich ähnlich wie eine Klimaanlage – nur umgekehrt. Und weil du die Arbeitsrichtung umkehren kannst, kann deine Wärmepumpe im Sommer auch kühlen. Cool, oder? Wir erklären, wie das funktioniert.

Aktualisiert am

Lesezeit

5 min

Das Wesentliche in Kürze

  • Wie funktioniert die Kühlung? Wärmepumpen gewinnen aus der Umgebung Wärme und leiten sie ins Innere deines Hauses. Dieser Prozess lässt sich umkehren: Dann leiten sie stattdessen die Wärme aus deinem Haus nach draußen. Praktisch im Sommer!

  • Aktive und passive Kühlung: Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen können passiv (und sehr stromsparend) kühlen. Wirkungsvoller ist jedoch die aktive Kühlung. Diese Möglichkeit steht dir bei allen Wärmepumpen zur Verfügung – auch bei den günstigen Luft-Wasser-Wärmepumpen.

  • Flächenheizung ist Pflicht: Damit du mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe kühlen kannst, brauchst du eine Fußbodenheizung, eine Wandflächenheizung oder einen Gebläsekonvektor. Normale Heizkörper reichen hier leider nicht aus – sie sind einfach zu klein. 

  • Stromkosten senken: Wie bei einer Klimaanlage verbraucht auch das Kühlen mit einer Wärmepumpe Strom. Ideal ist daher die Kombination einer Wärmepumpe mit einer Photovoltaik-Anlage plus Stromspeicher. Und mit einem dynamischen Stromtarif und einem smarten Energiemanagementsystem kannst du deine Kosten noch weiter senken. 

Efahrer Testsieger Siegel
4.5
Basierend auf 4.200+ Bewertungen

Bekannt aus

Warm im Winter, kühl im Sommer: kühlen mit einer Wärmepumpe

Wir erklären das Prinzip einer Wärmepumpe immer gern, indem wir sie mit einem Kühlschrank vergleichen – nur umgekehrt. Dein Kühlschrank leitet Wärme nach draußen – deine Wärmepumpe leitet Wärme nach drinnen. Wenn du diesen Prozess umkehrst, hast du praktisch einen großen Kühlschrank in deinem Haus. So einfach ist das. Die meisten modernen Wärmepumpen haben eine solche Kühlfunktion. 

Schauen wir uns im Schnelldurchlauf an, wie das funktioniert – zunächst die übliche Funktion der Wärmepumpe als Heizung:

  • Die Wärmepumpe nimmt mithilfe eines Wärmetauschers (Verdampfers) Wärme aus der Umgebung auf. Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ist die Außenluft die Wärmequelle. 

  • Über den Verdampfer geht die Wärme auf ein Kältemittel über, das dabei verdampft (also gasförmig wird). Übrigens: Auch wenn wir hier von „Wärme“ sprechen, genügen dafür sehr niedrige Temperaturen – sogar bei Minusgraden arbeitet eine Wärmepumpe zuverlässig.

  • Ein Verdichter (die eigentliche „Pumpe“) erhöht den Druck auf das Kältemittel, sodass dessen Temperatur noch weiter ansteigt. 

  • Über einen zweiten Wärmetauscher gibt das heiße, gasförmige Kältemittel nun seine Energie (in Form von Wärme) an das Wasser der Heizung im Inneren ab. Dabei wird das Kältemittel wieder flüssig, weshalb dieser zweite Wärmetauscher auch Verflüssiger heißt.

  • Fertig! Das Kältemittel fließt nun durch ein Ventil zurück zum Verdampfer und der Kreislauf beginnt erneut. 

Luft-Wasser-Wärmepumpe heizen

Um mit einer Luft-Wärmepumpe zu kühlen, lässt du sie sozusagen rückwärts laufen:

Luft-Wasser-Wärmepumpe kühlen

Wie du an der Grafik sehen kannst, ist der Unterschied nicht riesig: Lediglich Verdampfer und Verflüssiger tauschen die Rollen. Die Wärme kommt jetzt nicht mehr aus der Außenluft, sondern aus deinem Haus – und das Kältemittel befördert sie nach draußen. Fazit: Eine Wärmepumpe ist Heizung und Klimaanlage in einem.

Gut zu wissen: Wasser heizen kannst du trotzdem.

Ein bisschen technische Finesse ist nötig, damit du mit einer Wärmepumpe im Sommer kühlen kannst – insbesondere das sogenannte 4-Wege-Ventil. Dieses Ventil ermöglicht es, dass Heizung und Kühlung unabhängig voneinander funktionieren

Wärmepumpe, Kühlen, Ventilarten, Vierwegeventil

Warum ist das wichtig? Weil in vielen Haushalten die Wärmepumpe auch für die Warmwasserbereitung zuständig ist. Auch wenn du also im Sommer keine Heizung für deine Räume brauchst, muss die Pumpe weiterhin das Wasser erhitzen können – während du gleichzeitig die Kühlfunktion nutzt.

So kühlen die unterschiedlichen Wärmepumpen im Sommer

Die gängigen Wärmepumpen, die in Privathäusern zum Einsatz kommen, sind:

Luft-Wasser-Wärmepumpen

Sie gewinnen Energie aus der Außenluft und sind besonders unkompliziert zu installieren. Außerdem sind die Kosten für Luft-Wasser-Wärmepumpen vergleichsweise niedrig. 

Sole-Wasser-Wärmepumpen (Erdwärmepumpen)

Sie holen sich die benötigte Wärme aus dem Erdreich und transportieren sie mithilfe einer Sole (Wasser und Frostschutzmittel) nach oben. Dafür sind Erdarbeiten notwendig. Erdwärmepumpen arbeiten effizienter als Luft-Wärmepumpen, sind aber aufwendiger zu installieren und daher deutlich teurer.

Wasser-Wasser-Wärmepumpen (Grundwasser-Wärmepumpen)

 Wie du bestimmt ahnst, kommt die Wärme diesmal aus dem Grundwasser. Das ist nicht einfach: Brunnenbohrungen sind nötig, was diese Wärmepumpen zu den teuersten (aber auch effizientesten) macht.

Außerdem gibt es noch Luft-Luft-Wärmepumpen. Sie funktionieren ähnlich wie Luft-Wasser-Wärmepumpen, übertragen die Wärme aber nicht auf Heizkörper (oder eine Fußbodenheizung), sondern direkt auf die Raumluft. Sie sind nur für sehr gut isolierte Häuser (zum Beispiel Passivhäuser) geeignet und daher seltener im Einsatz. 

Wenn du im Sommer mit einer Wärmepumpe kühlen möchtest, hast du zwei grundlegende Möglichkeiten: die aktive Kühlung und die passive Kühlung.

Aktiv kühlen mit Luft-Wasser-Wärmepumpen, Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen

Alle gängigen Arten von Wärmepumpen können aktiv kühlen – wenn das jeweilige Modell dafür ausgelegt ist. Die aktive Kühlung funktioniert so, wie wir es dir oben schon kurz erklärt haben: Verdampfer und Verflüssiger tauschen ihre Rollen, der Verdichter arbeitet. 

Etwas genauer: Das System läuft nicht wirklich „rückwärts“, denn der Verdichter pumpt weiter wie zuvor. Das Kältemittel wird aber von der anderen Seite ein- und ausgeleitet – durch das oben erwähnte 4-Wege-Ventil. Damit wechselt das gesamte System die Fließrichtung

Die aktive Kühlfunktion verbraucht mehr Strom als die passive, eben weil der Verdichter im Betrieb ist. Das aktive Kühlen mit einer Wärmepumpe im Sommer ist dennoch günstiger und nachhaltiger als mit einer üblichen Klimaanlage. Bis auf etwa angenehme 20 Grad kannst du die Raumtemperatur senken. 

Passive Kühlung: Nur mit Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen

Mit Sole-Wasser-Wärmepumpen (Erdwärmepumpen) und Grundwasser-Wärmepumpen hast du zusätzlich zur aktiven Kühlung auch die Möglichkeit, passiv zu kühlen. Der Verdichter arbeitet dabei nicht, nur eine Umwälzpumpe ist in Betrieb und transportiert überschüssige Wärme aus deinem Haus ins kühlere Erdreich oder Grundwasser. 

Achtung: Mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe würde das Kühlen auf diese Art nicht funktionieren – die Außenluft ist im Sommer einfach nicht kalt genug, um Wärme aus dem Haus aufzunehmen. 

Die passive Kühlung hat den Vorteil, dass sie Energie spart (der Verdichter verbraucht ja keinen Strom), doch sie ist auch langsam und weniger intensiv: Einige wenige Grad Kühlung sind möglich.

Diese Vorteile hast du beim Kühlen mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe

Wir konzentrieren uns hier vor allem auf das Kühlen mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Warum? Weil Luft-Wasser-Wärmepumpen am günstigsten sind, sich unkompliziert installieren lassen und den bei Weitem größten Anteil an den verkauften Wärmepumpen ausmachen – über 90 Prozent. Also, welche Vorteile hat es, mit derselben Wärmepumpe zu heizen und zu kühlen?

Platz sparen

Klar – du brauchst nur ein Gerät und hast Heizung und Klimaanlage in einem. Dadurch sparst du die Kosten für die Anschaffung einer Klimaanlage. Das ist auch optisch elegant, insbesondere in Kombination mit einer Fußbodenheizung. 

Effizient kühlen

  • Da eine Wärmepumpe auch im umgekehrten Betrieb zum größten Teil Umgebungswärme (und nur einen kleinen Teil Strom) nutzt, ist sie effizienter als eine Klimaanlage, die nur mit Strom arbeitet. 

Raumklima angenehm halten

Auch wenn es draußen richtig warm ist, kannst du drinnen angenehme 20 Grad genießen. Während Klimaanlagen zu trockener Raumluft führen können, besteht dieses Problem bei Wärmepumpen nicht. Auch einen unangenehmen Luftzug gibt es nicht.

Warmes Wasser parat haben

Deine Luft-Wasser-Wärmepumpe kann nicht nur kühlen und heizen, sondern auch Warmwasser bereiten – und ist damit einer Klimaanlage natürlich überlegen.

Umweltfreundlich handeln

Wegen der hohen Effizienz und der immer häufiger eingesetzten natürlichen Kältemittel tragen Wärmepumpen ihren Teil zum Klimaschutz bei – beim Heizen wie auch beim Kühlen. 

Aufwand vermeiden

Luft-Wasser-Wärmepumpen sind im Gegensatz zu anderen Wärmepumpen genehmigungsfrei und kommen ganz ohne aufwendige Erschließung aus.

Kosten senken

Aufgrund der Effizienz sind die Stromkosten ohnehin geringer als bei einer Klimaanlage. Dank der aktuell erhältlichen Förderung von bis zu 70 Prozent (Stand: Februar 2025) bekommst du einen Großteil der Investition sogar noch geschenkt – für Klimaanlagen gilt das nicht. 

Bei allen Vorteilen gibt es dennoch ein paar Sachen, die du beim Kühlen mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe im Blick haben solltest. Die schauen wir uns als Nächstes an.

Siebel Eltron Wärmepumpe
Wärmepumpe

Die Wärmepumpen von 1KOMMA5°? Können beides.

Heizen und kühlen? Mit unseren Luft-Wasser-Wärmepumpen musst du dich nicht entscheiden. Und hinzu kommt: Wir wissen eine Menge darüber, wie du die Stromkosten deiner Wärmepumpe noch weiter senken kannst. Zum Beispiel mit dem dynamischen Stromtarif Dynamic Pulse von 1KOMMA5°, mit dem du Strom zu den jeweils günstigsten Börsenpreisen einkaufst.

Gesteuert wird deine Gesamtanlage von Heartbeat AI, unserem smarten Energiemanagement mit künstlicher Intelligenz: Es beobachtet, wann der Strom günstig ist, prognostiziert, wann du deine Wärmepumpe brauchen wirst, und bringt beides zusammen, um dir unterm Strich die besten Preise zu sichern. Ideal ist die Kombination mit PV-Anlage und Stromspeicher.

Kühlen nur mit Fußbodenheizung: Diese Ausstattung brauchst du

Wärmepumpe und Fußbodenheizung sind ohnehin ein Duo, auf das du nicht verzichten solltest. Denn in Kombination mit einer Fußbodenheizung arbeitet eine Wärmepumpe super effizient:

Die benötigte Vorlauftemperatur ist gering, die großen Heizflächen verteilen die Wärme gleichmäßig und du sparst obendrein noch Kosten. Dein Wohnzimmer bleibt außerdem frei von Zugluft, und geräuschlos arbeitet eine Fußbodenheizung auch noch. 

Zum Kühlen braucht deine Luft-Wasser-Wärmepumpe zwingend eine Fußbodenheizung – oder alternativ eine Wandflächenheizung oder einen Gebläsekonvektor. Letzterer sieht aus wie ein kleiner Heizkörper, ist aber auch bei niedrigen Vorlauftemperaturen effizient. 

Warum ist so eine Ausstattung nötig? Die kleine Oberfläche herkömmlicher Heizkörper nimmt zu wenig Wärme aus dem Raum auf – nicht gut für die Kühlwirkung. Außerdem besteht ein Risiko, dass sich dadurch Kondenswasser bildet. Zur Kondensation kommt es, wenn die Temperatur einer Fläche unter den Taupunkt sinkt.

Was ist der Taupunkt?

Beim Kühlen mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe im Sommer solltest du den sogenannten Taupunkt im Blick haben. Der Taupunkt ist erreicht, wenn die Luft gerade so weit abgekühlt ist, dass sie mit Wasserdampf gesättigt ist und die Kondensation beginnt. Du kennst das vom morgendlichen Spaziergang: Die Nachtluft hat während der kühlen Stunden Tau auf Gras und Blättern gebildet.

Im Wohnzimmer sollte dir das natürlich nicht passieren. Deshalb gibt es Taupunktsensoren: Sie überwachen die Temperatur der Heizflächen und stellen sicher, dass sie nicht zu stark absinkt – auch nicht, wenn du mit deiner Luft-Wasser-Wärmepumpe kühlen möchtest. Das funktioniert alles automatisch und du brauchst dir darüber keine Sorgen zu machen.

Fazit: Luft-Wärmepumpe zum Kühlen – coole Sache.

Im Winter wohlig warm, im Sommer angenehm kühl – das können Wärmepumpen. Auch mit der unkomplizierten Luft-Wasser-Wärmepumpe ist das Kühlen möglich. In Zeiten, in denen wir alle die Auswirkungen des Klimawandels heftiger spüren, machst du dich mit einer Wärmepumpe ein Stück weit unabhängig, und zwar auch von steigenden Preisen für fossile Brennstoffe. 

Gegenüber dem Betrieb einer Klimaanlage ist das Kühlen mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe sparsam. Die meisten modernen Produkte dieser Kategorie beinhalten bereits eine Kühlfunktion. Mit der derzeit erhältlichen Förderung – die es für reine Klimaanlagen nicht gibt – kannst du bis zu 70 Prozent des Kaufpreises erstattet bekommen. Eine coole Sache.