
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe und welche Faktoren beeinflussen den Verbrauch? Wir zeigen dir, wie du den Strombedarf einer Wärmepumpe berechnest, und geben dir Tipps, wie du noch effizienter und kostengünstiger heizt. Außerdem werfen wir einen Blick auf die Stromkosten.
Geringer Stromverbrauch: Wärmepumpen benötigen durchschnittlich nur 25 Prozent Strom als Antriebskraft – die restlichen 75 Prozent ihrer Energie beziehen sie aus der Umwelt als Umweltwärme. Sie erzeugen somit aus einer Kilowattstunde Strom ganze drei bis vier Kilowattstunden Wärme (unter Umständen sogar mehr).
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe? Wärmepumpen benötigen je nach Dämmstandard, Größe und Art etwa 1.000 bis 4.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr für ein gut gedämmtes Einfamilienhaus. Der tatsächliche Stromverbrauch hängt von der Effizienz der Wärmepumpe, der Beschaffenheit des Hauses, den Außentemperaturen sowie deinem Heizverhalten ab.
Stromverbrauch einer Wärmepumpe berechnen: Du teilst deinen jährlichen Heizwärmebedarf durch die Jahresarbeitszahl deiner Wärmepumpe. Beispiel: 12.000 kWh ÷ 3,5 ≈ 3.430 kWh. Details erfährst du im Artikel.
Was kostet der Strom für eine Wärmepumpe? Das hängt massiv von deinem Tarif ab. Statt teurem Haushaltsstrom (oft über 35 Cent/kWh) solltest du auf dynamische Tarife oder spezielle Wärmepumpenstromtarife setzen. Mit einem intelligenten Energiemanagement lassen sich die Kosten deutlich senken, indem du Strom dann nutzt, wenn er an der Börse günstig ist.

Bekannt aus
Wärmepumpensysteme verwenden zur Beheizung und Warmwassererzeugung Energie aus der Umgebungsluft, dem Boden oder dem Grundwasser – je nach Art der Wärmepumpe. Ein Kältemittelkreislauf innerhalb der Wärmepumpe macht diese Energie für Heizzwecke verwertbar. Dabei arbeiten ein Kompressor, Pumpen und Ventilatoren dafür, dass die Wärme aus der Umwelt in dein Haus gelangt.

Dieser Vorgang braucht elektrische Energie, also Strom. Bei der Wärmeerzeugung verwenden Wärmepumpen bis zu 75 Prozent Umweltenergie als Wärmequelle und benötigen in diesem Szenario lediglich 25 Prozent Strom als Antriebskraft. So werden aus einer Kilowattstunde Strom rund vier Kilowattstunden Wärme. Das erklärt, warum Wärmepumpen einen so geringen Stromverbrauch im Vergleich zur gewonnenen Wärme haben.
In der Praxis ist die Spannweite noch etwas größer: Luft-Wasser-Wärmepumpen (die für die meisten Gebäude völlig ausreichen und am einfachsten zu installieren sind) schaffen 2,5 bis 4,5 Kilowattstunden Wärme, Wasser-Wasser-Wärmepumpen (die mit dem Grundwasser arbeiten) unter idealen Umständen sogar bis zu 6.
Das sagt allerdings noch nichts über deine individuelle Wärmepumpe und ihren Stromverbrauch aus. Denn in einem kleinen, gut gedämmten Haus verbraucht eine Wärmepumpe zum Beispiel weniger Strom als in einem unsanierten, großen Altbau. Schauen wir uns also ein paar Durchschnittswerte an.
Oft wirst du mit Abkürzungen wie COP und JAZ konfrontiert. Es ist wichtig, den Unterschied zu kennen, um den Strombedarf richtig einzuschätzen:
COP (Coefficient of Performance): Dies ist ein Laborwert. Er gibt die Effizienz unter genormten Bedingungen zu einem bestimmten Zeitpunkt an. Der COP hilft dir, verschiedene Modelle vor dem Kauf zu vergleichen. Ein COP von über 4 gilt als sehr gut.
JAZ (Jahresarbeitszahl): Dies ist der entscheidende Wert für deinen Geldbeutel. Die JAZ spiegelt die Effizienz deiner Anlage im realen Betrieb über ein ganzes Jahr wider – inklusive warmen Sommern und kalten Wintern.
Faustformel für die Jahresarbeitszahl:
JAZ ab 3,0: Deine Wärmepumpe arbeitet ökologisch sinnvoll und spart effektiv CO2.
JAZ ab 4,0: Hier beginnt der finanzielle Spaß. Ab diesem Wert sind die Betriebskosten meist konkurrenzlos niedrig.
Kleine Wärmepumpen kommen oft mit 1 bis 3 Kilowatt elektrischer Leistung im Betrieb aus. Typische Anlagen für Einfamilienhäuser ziehen eher 2 bis 6 Kilowatt, je nach Außentemperatur und Heizlast (die wiederum von der Beschaffenheit deines Hauses abhängt – mehr dazu gleich). Bei Spitzenlast oder mit Heizstab kann es auch deutlich mehr sein.
Die Leistungsaufnahme einer Wärmepumpe schwankt – anders als beispielsweise bei einem Wasserkocher, der gleichmäßig Energie zieht. Eine Wärmepumpe passt ihren Stromverbrauch ständig den Gegebenheiten an: Ist es draußen sehr kalt, arbeitet sie stärker, hat sie gerade kräftig geheizt, schaltet sie vielleicht einen Gang runter. Am effizientesten arbeiten Wärmepumpen, wenn sie möglichst gleichmäßig laufen. Dank moderner Inverter-Technologie machen hochwertige Wärmepumpen das von selbst.
Das alles bedeutet: Der Stromverbrauch von Wärmepumpen lässt sich nicht pauschalisieren, sondern hängt von diversen Faktoren ab.
Um dir eine bessere Orientierung zu geben, haben wir typische Durchschnittswerte für den Jahresverbrauch je nach Gebäudetyp zusammengestellt (für ein ca. 140 m² Haus):
Wichtige Unterscheidung:
kW (Kilowatt) = Leistung pro Stunde während des Betriebs
kWh (Kilowattstunden) = Energieverbrauch über einen Zeitraum (Tag/Jahr/Heizperiode)
Eine größere Anlage benötigt natürlich mehr Strom, um entsprechend mehr Wärme zu erzeugen. Eine Wärmepumpe muss unbedingt passend zu deiner benötigten Heizleistung dimensioniert sein: Ist sie zu klein, wird dein Haus nicht warm genug, ist sie zu groß, verbraucht sie unnötig viel Strom. Die Anzahl der Personen im Haus, dein Heizverhalten (Stoßlüften, gleichmäßiges Heizen etc.) haben Einfluss auf die benötigte Größe. Wenn die Wärmepumpe auch für die Bereitung von Warmwasser zuständig ist, muss sie etwas größer ausfallen.
Die drei relevantesten Arten von Wärmepumpen sind Luft-Wasser-Wärmepumpen, Erdwärmepumpen und Grundwasser-Wärmepumpen. Luft-Wasser-Wärmepumpen sind mit Abstand die günstigsten und beliebtesten und für die meisten Häuser völlig ausreichend, wenn auch etwas weniger effizient als die anderen beiden Arten. Sie heizen dennoch etwa drei- bis viermal effizienter als Heizungen mit Öl oder Gas, sodass der Verbrauch aller drei Wärmepumpen im Vergleich gering ist.
Hier entscheidet die Physik. Der Kompressor muss die Temperatur von der kalten Außenluft auf das Niveau des Heizwassers anheben (Temperaturhub). Je kleiner dieser Unterschied, desto weniger Strom fließt. Flächenheizungen (Fußbodenheizung) kommen mit 35°C aus – ideal! Aber auch im Altbau klappt es: Moderne Hochtemperatur-Wärmepumpen oder spezielle Niedertemperatur-Heizkörper ermöglichen einen effizienten Betrieb ohne Fußbodenheizung.
Tipp: Ein hydraulischer Abgleich ist Pflicht! Er sorgt dafür, dass sich das Wasser optimal verteilt. Ohne ihn muss die Pumpe unnötig viel Druck aufbauen – ein echter Stromfresser.
Je besser die Dämmung, desto weniger Wärmeverlust hast du. Das bedeutet nicht, dass Wärmepumpen im Altbau nicht funktionieren – sie verbrauchen dort nur mehr Strom, was sich durch günstige Tarife oder eigene PV-Anlagen aber oft trotzdem rechnet. Ein größeres Gebäude benötigt außerdem natürlich mehr Energie, um beheizt zu werden.
Je kälter es draußen ist, desto mehr Arbeit muss die Wärmepumpe leisten. In sehr kalten Regionen ist eine exakte Planung besonders wichtig. Aufgrund ihrer speziellen Beschaffenheit, können moderne Kältemittel in Wärmepumpen jedoch schon bei Temperaturen von -40°C verdampfen und somit gewährleisten, dass die Geräte auch bei eisigen Temperaturen zuverlässig wärmen.
Der Standby-Verbrauch einer Wärmepumpe liegt üblicherweise bei wenigen Watt. Das Ein- und Ausschalten wirkt sich stärker aus. Je öfter sich eine Wärmepumpe an- und ausschaltet, desto höher ist ihr Stromverbrauch. Deshalb ist es wichtig, dass die Wärmepumpe möglichst lange am Stück beziehungsweise gleichmäßig läuft. Ein An- und Ausschalten in kurzen Intervallen, sogenanntes „Takten“, erhöht den Verbrauch der Wärmepumpe. Wichtig sind eine möglichst exakte Kalkulation der Heizlast und eine gut eingestellte Heizkurve.
Die 1-Grad-Regel besagt: Senkst du die Raumtemperatur um nur 1 Grad (z. B. von 22°C auf 21°C), sparst du rund 6 Prozent Heizenergie. Achte zudem auf einen gleichmäßigen Betrieb ohne ständiges An- und Ausschalten.
Ein oft unterschätzter Faktor ist das Kältemittel und der Zustand der Anlage. Verdreckte Filter oder fehlendes Kältemittel zwingen den Kompressor zu mehr Arbeit. Auch die Zirkulationspumpe für Warmwasser kann ein heimlicher Verbraucher sein – steuere sie am besten per Zeitschaltuhr.
Mit einem intelligenten Energiemanagementsystem senkst du deine Stromkosten und sparst gleichzeitig Energie. Es stellt sicher, dass du zu jedem Zeitpunkt den günstigsten und saubersten Strom beziehst – entweder direkt aus Solarstrom vom eigenen Dach, aus deinem Stromspeicher oder von der Strombörse.
Eine Luftwärmepumpe verbraucht im Betrieb physikalisch bedingt etwas mehr Strom als Sole- oder Wasserwärmepumpen. Der Grund: Die Lufttemperatur schwankt stärker als die Temperatur im Erdreich oder Grundwasser. Erdwärme- und Grundwasser-Wärmepumpen geben gleichmäßiger Wärme ab und benötigen weniger Energie, um Heizwärme zu erzeugen. Allerdings sind sie auch deutlich aufwendiger und kostenintensiver in der Installation.
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist daher dennoch die mit Abstand beliebteste Wahl: Sie ist noch immer extrem effizient, während sie viel leichter zu installieren und damit auch deutlich günstiger ist als andere Wärmepumpenarten. Sie ist – wie die anderen beiden Arten – auch für die Warmwasserbereitung geeignet.
Alle drei Arten von Wärmepumpen stellen im Vergleich zu Gas- und Ölheizungen pro Kilowattstunde Strom/Brennstoff ein Vielfaches an Wärme bereit:
Die Grafik zeigt deutlich: Der Stromverbrauch der Wärmepumpe ist wesentlich geringer als der entsprechende Verbrauch von Öl oder Gas bei einer fossilen Heizlösung. Aus einer Kilowattstunde Strom können problemlos bis zu fünf Kilowattstunden Wärme erzeugt werden, während eine Öl- oder Gasheizung aus einer Kilowattstunde Brennstoff in der Regel weniger als eine Kilowattstunde Wärme gewinnt. Entsprechend fallen die Stromkosten einer Wärmepumpe geringer aus als die Öl- oder Gaskosten der fossilen Heizungen.
Es gibt Formeln, mit denen du den täglichen Stromverbrauch deiner Wärmepumpe ermitteln kannst. Dazu musst du die Leistung deiner Wärmepumpe (in Kilowatt) und die Anzahl der Betriebsstunden pro Tag kennen. So berechnest du den Stromverbrauch deiner Wärmepumpe pro Tag:
Formel: Leistung (kW) × Betriebsstunden (Stunden) = Energieverbrauch pro Tag (kWh)
Beispiel: 3 kW × 10 h = 30 kWh
Eine Wärmepumpe mit 3 Kilowatt Leistung, die 10 Stunden läuft, verbraucht in dieser Zeit 30 Kilowattstunden.
Betriebsdauer einer Wärmepumpe
Die durchschnittliche Betriebsdauer einer Wärmepumpe hängt von verschiedenen Faktoren ab – wie der Größe des Hauses, der Effizienz der Wärmepumpe und der Außentemperatur. Als groben Richtwert kannst du annehmen, dass eine Wärmepumpe in einem Einfamilienhaus während der Heizperiode im Winter etwa 10 bis 12 Stunden am Tag läuft. Übers Jahr geht man von einer Betriebsdauer von 2.000 Stunden aus.
Doch Achtung: Die Methode der Berechnung pro Tag hat ein paar Nachteile: Zum einen schwankt die Leistungsaufnahme in der Praxis stark – Wärmepumpen laufen selten so konstant. Außerdem kannst du von einem einzigen Tag nicht den Verbrauch deiner Wärmepumpe über die gesamte Heizperiode ableiten. Schließlich ändern sich das Wetter und die Außentemperaturen. Meist ist es daher sinnvoller, den Stromverbrauch deiner Wärmepumpe pro Jahr zu berechnen.
Viele moderne Luftwärmepumpen können im Sommer auch kühlen ("Active Cooling"). Dabei läuft der Kältemittelkreislauf rückwärts. Der Stromverbrauch ist vergleichbar mit dem Heizbetrieb, oft aber effizienter als bei klassischen Klimaanlagen. Wer eine Sole-Wasser-Wärmepumpe besitzt, nutzt "Natural Cooling": Hier läuft nur die Umwälzpumpe, die Kälte kommt fast gratis aus der Erde – Umweltwärme bzw. -kälte zum Nulltarif.
Doch Achtung: Dabei ist jedoch zu beachten, dass Kühlen mit Wärmepumpen große Heizkörper benötigt - Fußbodenheizungen sind hierbei ideal, alte klassische Heizkörper können dabei an ihre Grenzen kommen. Luft-Luft-Wärmepumpen, beziehungsweise Klimaanlagen betrifft diese Einschränkung nicht, da sie die Wärme oder Kälte direkt an die Luft im Innenraum abgeben und keine Heizkörper benötigen.

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Eine grobe Schätzung für Einfamilienhäuser lautet: Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe liegt bei 27 bis 42 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter Wohnfläche pro Jahr.
Genauer wird es mit der Jahresrechnung. Du brauchst dafür deinen Gesamtwärmebedarf (siehe Heizkostenabrechnung oder Energieausweis) und die Jahresarbeitszahl (JAZ).
Verbrauch Wärmepumpe = Heizenergiebedarf (in kWh) ÷ Jahresarbeitszahl (JAZ)
Profi-Tipp zur Beispielrechnung:
Trenne Heizung und Warmwasser! Die Warmwasserbereitung benötigt höhere Temperaturen (oft über 50°C) und läuft daher ineffizienter (z. B. JAZ 3,0), während die Flächenheizungen sehr effizient laufen (z. B. JAZ 4,5).
Um die Größe einer Wärmepumpe zu bestimmen, müssen Profis die Heizlast deines Hauses kennen. Die Heizlast gibt die maximale Wärmeleistung an, die dein Haus an einem sehr kalten Tag benötigt, um innen angenehm warm zu bleiben. Größe und Beschaffenheit deines Hauses wirken sich auf die Heizlast aus, die daher sehr unterschiedlich ausfallen kann:
Aus der Heizlast errechnet sich dann die erforderliche Heizleistung deiner Wärmepumpe – also ihre „Größe“. Die Berechnung ist sehr kompliziert und bleibt daher am besten Fachleuten überlassen. Einfacher (wenn auch etwas weniger genau) geht’s für dich mit dem Wärmebedarf deines Hauses.
Den Jahresheizwärmebedarf entnimmst du deiner letzten Heizkostenabrechnung. Wenn es noch keine gibt – weil du umgezogen bist oder neu baust –, helfen Schätzwerte. Hier findest du eine grobe Orientierung.
Zur Information: Die Einheit kWh/m²a bedeutet „Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr“.
Die Angabe sollte außerdem im Energieausweis deines Hauses stehen.
Beispiel: Ein vollsaniertes Haus mit einer Fläche von 120 Quadratmetern könnte also einen Heizenergiebedarf zwischen 10.800 und 14.400 Kilowattstunden im Jahr haben.
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) einer Wärmepumpe gibt Aufschluss über ihre Effizienz. Sie sagt aus, wie viel Strom nötig ist, um Wärme bereitzustellen, und bezieht sich auf ein volles Jahr. Dabei gilt: Je höher der Wert, desto geringer sind die Heizkosten.
Es gibt zwei Möglichkeiten, die Jahresarbeitszahl zu ermitteln. Entweder auf Grundlage theoretischer Werte oder anhand der tatsächlich gemessenen Werte nach einem Betriebsjahr. Wenn du also noch keine Wärmepumpe hast, bleibt dir nur der theoretische Wert. Er liegt für Luft-Wasser-Wärmepumpen etwa zwischen 2,5 und 4,5 – umso höher, je besser gedämmt dein Haus ist (wobei auch andere Kriterien eine Rolle spielen, etwa die Größe der Heizkörper).
Ermittlung der Jahresarbeitszahl anhand echter Werte
Um die echte JAZ für deine bereits eingebaute Wärmepumpe berechnen zu können, brauchst du einen speziellen Stromzähler sowie einen Wärmemengenzähler. Der Hausstromzähler selbst reicht nicht aus, da dieser den konkreten Stromverbrauch der Wärmepumpe nicht misst. Die Formel zur Berechnung der Jahresarbeitszahl lautet:
JAZ = abgegebene Wärme pro Jahr in kWh ÷ Stromverbrauch pro Jahr in kWh
Wenn deine tatsächliche JAZ stark von dem Wert abweicht, mit dem deine Wärmepumpe beworben wurde, solltest du deine Wärmepumpe gemeinsam mit Expertinnen und Experten optimieren.
Die theoretische Jahresarbeitszahl wird von Wärmepumpenherstellern nach den Anforderungen der VDI 4650 berechnet. Bevor du eine Wärmepumpe kaufst, kannst du so den Stromverbrauch der Wärmepumpe pro Jahr zumindest ungefähr berechnen.
Am genauesten wird die Berechnung, wenn du deinen Jahresbedarf an Wärme für dein Haus bereits kennst. Dann rechnest du so:
Verbrauch Wärmepumpe = Heizenergiebedarf (in kWh) ÷ Jahresarbeitszahl (JAZ)
Hier ein einfaches Beispiel dazu:
Verbrauch Wärmepumpe = 15.000 kWh (Wärmebedarf) ÷ 3,5 (JAZ) ≈ 4.286 kWh
Eine zweite (ungenauere) Formel kannst du nutzen, wenn du den Heizenergiebedarf nicht kennst:
Stromverbrauch Wärmepumpe pro Jahr = Leistung der Wärmepumpe in Kilowatt × Heizstunden ÷ Jahresarbeitszahl
Nehmen wir an, du heizt – wie der deutsche Durchschnitt – 2.000 Stunden im Jahr und deine Wärmepumpe hat eine vom Hersteller ausgewiesene JAZ von 4 bei einer Leistung von 12 kW. In diesem Fall könntest du folgenden Stromverbrauch erwarten:
Stromverbrauch Wärmepumpe pro Jahr = 12 kW (Leistung) × 2.000 (Stunden im Betrieb) ÷ 4,0 (JAZ) = 6.000 kWh
Auf dieser Basis kannst du nun leicht die Heizkosten berechnen, die durch den Betrieb deiner Wärmepumpe entstehen.
Nachdem du deinen Wärmepumpen-Stromverbrauch pro Tag oder Jahr ermittelt hast, kannst du deine Stromkosten feststellen. Dazu multiplizierst du einfach den berechneten Stromverbrauch mit deinem Strompreis.
Stromkosten für die Wärmepumpe = Stromverbrauch × Kosten pro kWh
Wer seine Wärmepumpenheizung mit dem Standard-Tarif (ca. 35 Cent/kWh) betreibt, verschenkt Geld. Du hast bessere Optionen:
Wärmepumpenstromtarif: Viele Versorger bieten spezielle Tarife an (oft ca. 27–30 Cent/kWh). Bedingung ist oft ein separater Zähler.
Dynamischer Stromtarif: Hier zahlst du den Börsenstrompreis. Da Wind- und Solarstrom oft dann im Netz sind, wenn du heizt, kannst du deinen Durchschnittspreis oft auf unter 25 Cent drücken (inkl. Abgaben).
Eigener PV-Strom: Mit einer Solaranlage produzierst du deinen Strom für ca. 10 bis 14 Cent (Gestehungskosten). Das deckt im Winter zwar nicht 100 % des Bedarfs, senkt aber den Mischpreis enorm.
Rechnen wir zwei realistische Szenarien für das Jahr 2025/2026 (angenommener Mischpreis von 28 Cent/kWh):
Szenario Neubau (gut gedämmt): 3.000 kWh Strombedarf × 0,28 € = 840 € pro Jahr.
Szenario Altbauten (saniert): 6.000 kWh Strombedarf × 0,28 € = 1.680 € pro Jahr.
Das ist im Vergleich zu fossilen Energien oft günstiger – und vor allem zukunftssicher, da CO2-Steuern Öl und Gas verteuern werden.
Um mit deiner Wärmepumpe Heizkosten zu sparen, hast du in Bezug auf den Strompreis zwei Möglichkeiten:
Du nutzt einen Wärmepumpen-Stromtarif.
Du wählst einen dynamischen Stromtarif in einem optimierten Gesamtsystem.
Kleiner Spoiler vorab: Der dynamische Stromtarif gewinnt haushoch. Wir schauen uns trotzdem auch die Kosten und Voraussetzungen für einen Wärmepumpen-Tarif an.
Wärmepumpen-Stromtarife stellen dir Strom speziell für deine Wärmepumpe zur Verfügung. Damit sauber abgerechnet werden kann, brauchst du einen separaten Zähler für deine Wärmepumpe, der den Stromverbrauch misst. Dieser Zähler kostet Geld. Auf der anderen Seite kannst du mit einem solchen Tarif etwa 20 Prozent an Kosten sparen. Bei einem höheren Verbrauch kann sich das lohnen.
Vergleich mit unserem Beispiel oben:
Im ersten Beispiel würdest du statt 315 noch rund 250 € im Jahr zahlen.
Im zweiten Beispiel wären es statt 1.820 nur noch rund 1.450 € im Jahr.
Nicht schlecht. Doch du hast noch bessere Möglichkeiten.
Seit 2024 müssen Wärmepumpen bei der Installation steuerbar gemacht werden – das bedeutet, dass die Netzbetreiber den Verbrauch der Wärmepumpe bei Bedarf „dimmen“ können. Die Leistung wird dabei zeitweise gedrosselt, jedoch auf nicht weniger als 4,2 Kilowatt.
Du kannst also weiterhin heizen, und mit dem Gesamtkonzept aus Wärmepumpe, Stromspeicher und dynamischem Stromtarif sowie smartem Energiemanagement bist du von der Regulierung ohnehin nicht betroffen. Denn: Sie findet gerade zu Zeiten statt, in denen der Strom sehr teuer (und der Bedarf danach groß) ist – das wäre ein schlechter Zeitpunkt, um Strom einzukaufen.
An der Strombörse schwanken die Preise den ganzen Tag über. Steht viel Strom zur Verfügung (oft mittags, wenn die Photovoltaikanlagen in Deutschland arbeiten, und nachts, wenn der Bedarf gering ist), ist er sehr günstig. Davon kannst du mit einem dynamischen Stromtarif profitieren und so die Stromkosten für deine Wärmepumpe um mehr als 40 Prozent reduzieren.
Keine Sorge, du brauchst dich um nichts zu kümmern. Mit einem Energiemanagementsystem für dein Zuhause kannst du verschiedene Energieprodukte wie Solaranlage, Batteriespeicher, Wallbox, Klimaanlage und Wärmepumpe miteinander vernetzen. Das alles läuft ganz automatisch ab und sichert dir maximale Wirtschaftlichkeit für dein Gesamtsystem.
Lass uns mal sehen, was das in puncto Kosten für den Stromverbrauch deiner Wärmepumpe pro Jahr bedeutet. Wir rechnen mit einem Strompreis von 20,34 Cent pro Kilowattstunde – der berücksichtigt, wie die reduzierten Netzentgelte im Durchschnitt ausfallen.
Beispiel 1: etwa 183 statt 315 €
Beispiel 2: nur 1.058 statt 1.820 €
Du siehst: Du kannst sogar umso mehr sparen, je mehr du heizen musst.

Bei 1KOMMA5° richten wir für deine Wärmepumpe unkompliziert den passenden dynamischen Stromtarif ein – intelligent gesteuert, sodass du deine Stromkosten aufs absolute Minimum senkst.
Wärmepumpen sind effiziente Heizungen, da sie den Großteil ihrer benötigten Energie aus einer regenerativen Wärmequelle (Erdreich, Wasser oder Luft) beziehen und nur noch etwa 25 Prozent Strom zur Bereitstellung von Wärme benötigen. Doch der Teufel steckt im Detail: Dämmstandard, Dimensionierung, Temperaturniveau und vor allem der richtige Tarif entscheiden über die tatsächlichen Kosten.
Um die Kosten für den Stromverbrauch so gering wie möglich zu halten, sollte deine Wärmepumpe perfekt auf den individuellen Wärmebedarf deines Hauses optimiert sein. Im Zusammenspiel mit einer Solaranlage und einem Energiemanagementsystem stellst du deine Heizung für die Zukunft auf: umweltfreundlich, günstig und langlebig.