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Beispielrechnung zeigt: Wegfall der EEG-Vergütung kann kompensiert werden – mit Direktvermarktung und Marktprämienmodell in Kombination mit intelligenter Steuerung und Batterie
Allein auf den Eigenverbrauch zu setzen, reicht nicht mehr – lukrative Erträge erst durch Optimierung möglich
Bedingungen: Smart Meter, digitalisierte Netzbetreiber und skalierbare Prozesse
Die Bundesregierung plant, die EEG-Einspeisevergütung abzuschaffen. Eine aktuelle Berechnung von 1KOMMA5° zeigt, was das in verschiedenen Szenarien für Haushalte bedeuten könnte und wie sie mit entsprechenden regulatorischen Impulsen den Wegfall kompensieren könnten.
Mit der Direktvermarktung über das Marktprämienmodell würden Haushalte zwar – je nach Höhe des Eigenverbrauchs – bis zu 22 Prozent weniger Geld im Jahr erzielen als mit der festen Einspeisevergütung. Aber in Kombination mit einer intelligenten Steuerung und Batteriespeicher hat die Direktvermarktung das Potenzial für deutlich höhere Erlöse und Netzentlastung.
Bei der Direktvermarktung wird Solarstrom flexibel zum aktuellen Börsenpreis verkauft, statt starr eingespeist. Durch die Kombination aus Speicher und intelligenter Steuerung wird Strom bei niedrigen Preisen zurückgehalten und in Hochpreisphasen gewinnbringend vermarktet. Das maximiert die Erträge und entlastet gleichzeitig die Stromnetze in Spitzenzeiten.
In der Beispielrechnung hat ein Haushalt eine durchschnittlich große Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 10 kWp. Ohne Einsatz einer Batterie werden 1.800 kWh im Jahr selbst verbraucht und 8.800 kWh ins Netz eingespeist. Durch den Eigenverbrauch des Stroms spart sich der Haushalt den Stromkauf aus dem Netz zu durchschnittlich 37,2 Cent pro kWh.1 Das spart 670 Euro im Jahr. Das gilt immer, unabhängig von der Art der Einspeisung.
EEG-Einspeisevergütung vs. Direktvermarktung ohne Marktprämie und ohne Batterie
Bei der festen Einspeisevergütung (7,78 Cent/kWh) erhält der Haushalt für den eingespeisten Strom rund 685 Euro pro Jahr. Geht man davon aus, dass der gleiche Haushalt seinen Strom ohne Marktprämie zum jeweiligen durchschnittlichen monatlichen Marktwert an der Börse verkauft, ergibt das nur knapp 396 Euro. Davon müssen aber noch die Gebühren für den Direktvermarkter, der den Stromverkauf übernimmt, abgezogen werden. Im Beispiel wurden dafür 150 Euro p. a. angenommen – das kann aber auch deutlich höher ausfallen. Insgesamt bleiben damit noch 246 Euro – das sind rund 64 Prozent weniger, als die Einspeisevergütung demselben Haushalt einbringen würde.2
Direktvermarktung mit Marktprämie und ohne Batterie
Aktuell wird der Direktverkauf bei großen Anlagen aber mit einer Marktprämie gefördert. Sie gleicht einen geringen Marktwert des Stroms an der Börse aus. Dadurch würde der Haushalt im Beispiel zusätzlich 288 Euro erhalten. Abzüglich der Direktvermarkterkosten bleibt die Direktvermarktung aber auch hier 22 Prozent unattraktiver als die feste Einspeisevergütung. Die Gebühren könnten aber auch deutlich höher ausfallen.
„Damit die Direktvermarktung im Anschluss an die EEG-Einspeisevergütung funktioniert, sollte das Marktprämienmodell zumindest für eine Übergangszeit beibehalten werden”, sagt Jannik Schall, Produktchef und Mitgründer von 1KOMMA5°. „Sonst würden Betreiber privater Solaranlagen mit einem Schlag Hunderte Euro weniger pro Jahr bekommen als mit der festen Einspeisevergütung. Außerdem müssen die Kosten für die Direktvermarktung durch mehr Digitalisierung gesenkt werden.”
Effizienter wird eine Solaranlage im Zusammenspiel mit einem Batteriespeicher. Zwar schafft es der Beispielhaushalt nun, 30 Prozent des produzierten Stroms selbst zu verbrauchen. Dennoch hat eine rein auf den Eigenverbrauch optimierte PV-Anlage mit Speicher auch trotz Marktprämie unter dem Strich das Nachsehen gegenüber dem festen Einspeisetarif. Der Grund: Die Direktvermarktungskosten stellen den Kunden schlechter als im heutigen Modell der Einspeisevergütung.
Erst mit intelligenter Steuerung, Batterie und der Optimierung am Strommarkt wird die Anlage finanziell attraktiv, wie die Rechnung “Marktprämienmodell – optimiert” zeigt. Wenn die Anlage gezielt während besonders hoher Strompreise einspeist und Strom aus günstigen Stunden in der Batterie oder dem E-Auto zwischenspeichert, lässt sich die Wirtschaftlichkeit der Direktvermarktung deutlich steigern. Voraussetzungen dafür sind ein Smart Meter und intelligente Steuerungssysteme. Diese Technik synchronisiert Erzeugung und Verbrauch mit den Signalen des Strommarktes und entlastet dadurch auch die Netze. Das Beispiel zeigt: Der Kunde erhöht seinen Gesamterlös um 29 Prozent gegenüber dem Status quo auf rund 1.368 Euro.
„Bedingung dafür ist die Direktvermarktung mit Marktprämie. Die ungeförderte Direktvermarktung ohne Marktprämie ergibt erst Sinn, wenn wirklich alle analogen Fesseln gelöst sind“, sagt Jannik Schall. „Das bedeutet: ein Smart Meter in jedem Haushalt und effiziente, digitalisierte Netzbetreiber. In der Umstellungszeit auf die Direktvermarktung sind zudem Ausgleichszahlungen nötig, damit Kunden nicht für die bürokratischen Versäumnisse der Netzbetreiber bestraft werden. Nur so wandeln wir passive Einspeiser in aktive Marktteilnehmer um, die ihre Erlöse maximieren und gleichzeitig die Stromnetze entlasten.”
Quellen
1Durchschnittlicher Strompreis in Deutschland (https://www.bdew.de/service/daten-und-grafiken/bdew-strompreisanalyse/) [abgerufen am 24.3.2026]
2berechnet am tatsächlichen Marktwert Solar für die Monate Januar bis Dezember 2025.
3Das optimierte Marktprämienmodell basiert auf dem Pauschalmodell der Direktvermarktung. Zusätzlich werden weitere Dynamisierungseffekte berücksichtigt, insbesondere durch die Einbeziehung dynamischer Strompreise und Einsparungen gemäß § 14a EnWG.