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25-Jahres-Analyse: Alle fünf Jahre treiben Krisen den Ölpreis um mindestens 30 Prozent in die Höhe

Internationale Ereignisse und Krisen lassen regelmäßig die Rohölpreise steigen – im Schnitt alle fünf Jahre um mindestens 30 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Analyse von 1KOMMA5° der Ölpreise seit Anfang des Jahrtausends. Ganz anders reagiert der Strommarkt.
Aktualisiert am

Lesezeit

3 min

Das Wesentliche in Kürze

  • Preisanstieg bei Rohöl unmittelbar beim Tanken und Heizen spürbar 

  • Auch Gaspreis abhängig von Krisen: Verdopplung des Großhandelspreises für Gas seit März  

  • Gegenbewegung am Strommarkt: Erneuerbare Energien federn Krisen ab 

  • Hoher Anteil erneuerbarer Energien macht europäische Länder widerstandsfähiger gegen Energiekrisen

Internationale Konflikte oder Ereignisse wie Naturkatastrophen lassen die Preise für fossile Energien regelmäßig ansteigen. Eine Analyse von 1KOMMA5° zeigt, wie stark die Energiepreise betroffen sind und warum erneuerbare Energien Preise in und außerhalb von Krisen senken können.

Muster im Ölmarkt: Im Schnitt alle fünf Jahre Preisschock durch internationale Krisen

Besonders deutlich wird die Krisenabhängigkeit beim Öl. Eine Analyse des Ölpreises der vergangenen 25 Jahre zeigt, dass im Schnitt alle fünf Jahre Konflikte oder Ereignisse die weltweiten Ölpreise im zweistelligen Prozentbereich steigen lassen – im Vergleich zum Mittel über jeweils fünf Jahre.

So stieg der Preis für die Ölsorte Brent beispielsweise zum Hurrikan Katrina 2005 um 71 Prozent, zur Finanzkrise 2008 um 66 Prozent, zum russischen Angriff auf die Ukraine 2022 sogar um 73 Prozent und zuletzt mit Beginn des Iran-Kriegs 2026 um 45 Prozent. Oft erfolgen diese Preisanstiege innerhalb weniger Tage oder Wochen.1

Preisanstieg bei Rohöl unmittelbar beim Tanken und Heizen spürbar

Verbraucherinnen und Verbraucher merken die Preissteigerung meist zeitnah in Form von steigenden Diesel- oder Benzinpreisen oder beim Füllen von Heizöltanks bzw. auf den Nebenkostenabrechnungen. So kostete Diesel im April im Schnitt 2,26 Euro pro Liter und damit 31 Prozent mehr als noch im Februar vor Beginn des Iran-Kriegs (Ø 1,72 Euro/Liter).2

„Wer fossile Energien nutzt, muss regelmäßig mit Preisschocks durch internationale Krisen rechnen”, sagt Jannik Schall, Produktchef und Mitgründer von 1KOMMA5°. „Wer dagegen mit Photovoltaik, Batteriespeicher, Wärmepumpe und E-Auto auf ein intelligent gesteuertes Energiesystem setzt, macht sich unabhängig von den Schwankungen der fossilen Märkte.”

Auch Gaspreis abhängig von Krisen: Verdopplung des Großhandelspreises für Gas seit März

Auch die Entwicklung auf dem Gasmarkt ist eng mit globalen Krisen verknüpft. Aktuell wird das durch den Krieg im Iran und der Blockade der Straße von Hormus deutlich. Der Preis für Gas im Großhandel (Durch TTF Natural Gas) verdoppelte sich schlagartig mit Beginn des Krieges von rund 30 Euro pro Megawattstunde (MWh) auf über 63 Euro. Zwischenzeitlich lag er sogar bei knapp 70 Euro/MWh.3 Über die Straße von Hormus laufen neben Öl auch enorme Mengen Flüssiggas nach Europa, z. B. aus Katar. Wer aktuell einen Gasvertrag hat, der in Kürze ausläuft, muss mit steigenden Preisen und damit höheren Heizkosten rechnen.

Auch die Entwicklung auf dem Gasmarkt ist eng mit globalen Krisen verknüpft. Aktuell wird das durch den Krieg im Iran und der Blockade der Straße von Hormus deutlich. Der Preis für Gas im Großhandel (Durch TTF Natural Gas) verdoppelte sich schlagartig mit Beginn des Krieges von rund 30 Euro pro Megawattstunde (MWh) auf über 63 Euro. Zwischenzeitlich lag er sogar bei knapp 70 Euro/MWh.3 Über die Straße von Hormus laufen neben Öl auch enorme Mengen Flüssiggas nach Europa, z. B. aus Katar. Wer aktuell einen Gasvertrag hat, der in Kürze ausläuft, muss mit steigenden Preisen und damit höheren Heizkosten rechnen.

Gegenbewegung am Strommarkt: Erneuerbare Energien federn Krisen ab

Anders als bei den Preisen für Öl und Gas ist die Entwicklung am Strommarkt. Zwar hat hier die Volatilität, also die Stärke der Preisschwankungen, mit Beginn des Krieges gegen den Iran zugenommen. Von einem Preisschock kann allerdings keine Rede sein.

Anfang April war das Überangebot an Strom aus Wind und Sonne sogar so hoch, dass der durchschnittliche Tageswert für Strom im Großhandel bis zu -16 Euro pro MWh erreichte.4 In den 15-minütigen Intervallen sank der Preis kurzzeitig sogar auf -499,99 Euro pro MWh. Grund dafür ist vor allem die große Menge an Strom aus erneuerbaren Energien (EE) im deutschen Strommix. Im März lag der erneuerbare Anteil an der öffentlichen Nettostromerzeugung bei knapp 60 Prozent, im April sogar bei gut 68 Prozent.5

„Die unterschiedliche Entwicklung der Gas- und Strompreise zeigt eindrucksvoll, wie die fossilen Energien die Kosten für alle in die Höhe treiben und während die Erneuerbaren die Preise dämpfen”, sagt Jannik Schall. „Da aber auch die Stromerzeugung weiter von fossilen Energieträgern abhängig ist, werden mit der Dauer der Hormus-Blockade auch die Strompreise anziehen. Umso entscheidender ist es im Privaten, aber auch für unser Energiesystem, diese Abhängigkeit rasch zu verringern.”

Hoher Anteil erneuerbarer Energien macht europäische Länder widerstandsfähiger gegen Energiekrisen

Trotz einer Erneuerbaren-Energien-Quote von 68 Prozent im April koppelt der fossile Restanteil die deutschen Strompreise weiterhin an internationale Krisen. Ein Blick auf europäische Nachbarstaaten belegt jedoch, dass mehr erneuerbare Energien im Strommix neben anderen Faktoren zu niedrigeren Börsenstrompreisen führen. So lag der Börsenstrompreis im April in Portugal bei einer Erneuerbaren-Energien-Quote von 80 Prozent mit knapp 43 Euro/MWh rund 45 Prozent unter dem deutschen Niveau (79 Euro/MWh). Auch in Lettland (98 Prozent EE-Anteil) oder Litauen (89 Prozent EE-Anteil) liegen die Kosten um bis zu 28 Prozent niedriger. In Italien sorgt eine Quote von 55 Prozent erneuerbarer Energien und stärkerer Gasabhängigkeit für einen Börsenpreis von 121 Euro/MWh – ein Aufschlag von 53 Prozent gegenüber Deutschland.

Quellen

1eigene Berechnung, Daten: Ölpreis Brent in Euro (https://www.finanzen.net/rohstoffe/oelpreis/euro) [abgerufen am 5.5.2026]

2ADAC  Spritpreis-Entwicklung: Benzin- und Dieselpreise seit 1950“ (https://www.adac.de/verkehr/tanken-kraftstoff-antrieb/deutschland/kraftstoffpreisentwicklung/), [abgerufen am 5.5.2026]

3Quelle: Dutch TTF Natural Gas Futures (https://de.investing.com/commodities/dutch-ttf-gas-c1-futures), [abgerufen am 5.5.2026]

4Quelle: Bundesnetzagentur | SMARD.de , [abgerufen am 5.5.2026]

5Monatlicher Anteil Erneuerbarer Energien an der öffentlichen Nettostromerzeugung in Deutschland 2026, Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE (Energy-Charts.info) [abgerufen am 5.5.2026]

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