Wer in der Praxis die negativen Börsenstrompreise nutzt und neben dem Haushaltsstromverbrauch auch noch den Heimspeicher oder das E-Auto lädt, verdient damit Geld. Um das effektiv zu tun, muss man zusätzlich zum dynamischen Tarif auf eine intelligente Steuerung setzen, die auf die Preissignale am Markt reagiert. Ohne Steuerung nützt ein dynamischer Tarif oft wenig: Nutzer verpassen die negativen Preise und mussten beispielsweise am Abend für Strom aus dem Netz wieder zahlen.
Wer aber am Sonntag sein Auto automatisch genau in der Phase negativer Endkundenpreise geladen hat, konnte mit einer durchschnittlichen Wallbox mit 11-kW-Leistung knapp 47 kWh laden. Das entspricht etwa der Batterie eines elektrischen Mini Coopers. Dafür hätte man gut neun Euro erhalten. Mit einer 22-kW-Wallbox wären in der gleichen Zeit sogar knapp 94 kWh und 18 Euro Gewinn möglich gewesen.3
„Damit man nicht selbst die Börsenpreise im Blick haben muss, setzt man am besten eine intelligente Steuerung ein”, sagt Jannik Schall. „Sie entscheidet ganz automatisch und ohne eigenes Zutun, wann das E-Auto oder der Speicher geladen werden sollten, um den günstigsten Preis und damit den saubersten Strom zu bekommen. Ein flächendeckender Roll-out zeitvariabler Netzentgelte könnte für Kunden außerdem noch weitere Sparpotenziale erzielen.”