Eine Wärmepumpe verbinden wir in erster Linie mit dem Heizen. Klar, schließlich ist das ihre Hauptaufgabe in der kalten Jahreszeit. Aber deine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist ja auch im Sommer noch da. Macht sie dann nur Warmwasser oder noch mehr? Und musst du selbst etwas an den Einstellungen ändern? Das klären wir hier.
Reduzierter Sommerbetrieb: Du kannst deine Wärmepumpe im Sommer nur für Warmwasser nutzen. Sie verbraucht dann weniger Strom. Allerdings lassen sich viele Luft-Wasser-Wärmepumpen auch zum Kühlen verwenden.
Uneingeschränkte Sicherheit: Moderne Wärmepumpen sorgen in jedem Betriebsmodus dafür, dass Sicherheitsprogramme wie der Legionellenschutz weiterlaufen.
Automatisches Umschalten: Wärmepumpen erkennen anhand der sogenannten Heizgrenztemperatur automatisch, wann sie zwischen Heizbetrieb und Sommerbetrieb wechseln sollten. Im Normalfall beendet deine Wärmepumpe den Heizbetrieb, sobald dauerhaft eine Außentemperatur von 15 Grad Celsius herrscht.
Unnötiges Abschalten: In den meisten Fällen ist es nicht nötig und nicht sinnvoll, die Wärmepumpe im Sommer komplett abzuschalten. Der Sommerbetrieb sorgt nämlich unter anderem dafür, dass das Gerät auch im nächsten Winter wieder reibungslos heizt.
Im Frühling und Sommer schaltet eine Wärmepumpe in den sogenannten Sommerbetrieb. Schließlich braucht sie nun nicht mehr so viel Power, um deine Heizkörper oder die Fußbodenheizung mit Wärme zu versorgen. Aber sie steht auch keineswegs einfach nur untätig in der Ecke. Stattdessen laufen Programme ab, die sowohl ihre Effizienz als auch ihre Lebensdauer verlängern. Darüber hinaus nimmt die Wärmepumpe im Sommerbetrieb weiterhin wichtige Aufgaben für dein Wohlbefinden im Haus wahr:
1. Warmwasserbereitung
Auch wenn es draußen warm ist, duschen wir selten mit eiskaltem Wasser – falls doch, Respekt! Deine Wärmepumpe sorgt also weiterhin dafür, dass du angenehm temperiertes Wasser hast, sei es fürs Duschen, Abspülen von Geschirr oder einfach das Händewaschen.
2. (Optional) Kühlung
Viele Luft-Wasser-Wärmepumpen können – wenn du eine Fußbodenheizung hast – deine Innenräume auch um ein paar Grad kühlen. Statt Wärme ins Haus zu bringen, entzieht sie dem Gebäude über die Heizflächen Wärme und gibt sie draußen an die Umgebung ab. Im Grunde passiert in deinem Haus dann das Gleiche wie in einem Kühlschrank, nur ganz so kühl wird es nicht.
Die Monoblock-Wärmepumpe vereint alle wichtigen Komponenten in einem kompakten Gehäuse: Verdampfer, Verdichter, Wärmetauscher und Expansionsventil.
Während im Winter sowohl der Verdichter als auch die Heizungspumpe auf Hochtouren laufen, konzentriert sich die Wärmepumpe im Sommer oft nur auf die Bereitung von Warmwasser. Das bedeutet: Die Heizkreispumpe, die im Winter deine Räume mit Wärme versorgt, ist weitgehend inaktiv. Auch die Wärmetauscher für die Heizung werden weniger beansprucht. Das reduziert den Energieverbrauch und schont die Komponenten. Der Verdichter läuft zwar weiterhin, aber in einem geringeren Leistungsbereich, was ebenfalls den Stromverbrauch minimiert und die Lebensdauer des Geräts verlängert.
Für dich bedeutet das: weniger Energiekosten, weniger Verschleiß und ein weiterhin komfortables Zuhause mit warmem Wasser. Auch die Technik selbst profitiert: Durch den regelmäßigen Betrieb bleiben Pumpen, Ventile und Kompressoren in Bewegung und setzen sich nicht fest – ähnlich wie ein Auto, das gelegentlich gefahren wird, damit alles geschmeidig bleibt.
In Deutschland, wo wir ein gemäßigtes Klima genießen, wechselt die Wärmepumpe in der Regel zwischen April und Mai in den Sommerbetrieb, je nach Wetterlage und individuellen Einstellungen der Heizungsregelung. Der Übergang zurück in den Heizbetrieb erfolgt meist im September oder Oktober.
Entscheidend für den Wechsel ist die sogenannte Heizgrenztemperatur – ein Richtwert, der je nach Gebäude, Dämmung und persönlichem Heizbedarf bei etwa 15 Grad Celsius liegt. Sinkt die Außentemperatur dauerhaft unter diesen Wert, springt die Wärmepumpe automatisch wieder in den Heizmodus, um dein Zuhause angenehm warm zu halten. Steigen die Temperaturen hingegen stabil darüber, übernimmt der Sommerbetrieb das Ruder. Diese automatische Umschaltung sorgt dafür, dass du dich um nichts kümmern musst und immer optimal mit Heizwärme und Warmwasser versorgt bist.
Geringere Stromkosten
Da die Wärmepumpe im Sommer nur für Warmwasser sorgt und seltener anspringt, sinkt der Energieverbrauch deutlich.
Verfügbarer Solarstrom
Wenn du eine Photovoltaik-Anlage hast, kannst du mehr vom erzeugten Strom für andere Verbraucher, etwa das E-Auto, nutzen – oder den Strom für später speichern oder ins Netz einspeisen.
Schonung der Technik
Weniger Betriebsstunden für Heizungspumpen und Wärmetauscher bedeuten eine längere Lebensdauer deiner Anlage.
Minimierung des CO2-Ausstoßes
Wenn du nur wenig Strom für den Betrieb der Wärmepumpe zukaufst, hast du noch weniger Bedarf an konventionell hergestelltem Strom als ohnehin schon.
Vielleicht hast du dich schon gefragt, ob du deine Wärmepumpe im Sommer nicht einfach komplett ausschalten kannst – schließlich brauchst du in der warmen Jahreszeit keine Heizung, und alles an Elektrogeräten und -anlagen, was nicht läuft, bezieht auch keinen kostbaren Strom. Die Antwort: Ja, das ist technisch möglich, aber in vielen Fällen nicht sinnvoll. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel, weshalb wir auch einen Blick auf sie werfen.
Auch wenn du keine Heizwärme benötigst, übernimmt deine Wärmepumpe im Sommer weiterhin wichtige Aufgaben – allen voran die Warmwasserbereitung. Würdest du die Anlage komplett abschalten, müsste natürlich ein anderes System dafür sorgen, dass du nicht kalt duschen musst. Ein zusätzlicher Durchlauferhitzer ist hierbei im Normalfall weit weniger effizient als die Wärmepumpe, folglich wären die Stromkosten mit so einem Gerät deutlich höher.
Ein weiterer Punkt: Die Wärmepumpe ist ein komplexes System mit beweglichen Komponenten wie Pumpen und Ventilen. Durch den regelmäßigen Betrieb bleiben diese Bauteile geschmeidig und setzen sich nicht fest. Ein monatelanges Abschalten kann dazu führen, dass sich Ablagerungen bilden oder Teile schwergängig werden – was im schlimmsten Fall aufwendige Reparaturen oder Wartungen nach sich zieht.
Wenn deine Wärmepumpe über eine Kühlfunktion verfügt, wäre bei einer kompletten Abschaltung auch diese natürlich nicht verfügbar. Gerade in heißen Sommernächten wäre das ein echter Komfortverlust.
Natürlich gibt es Ausnahmen: Wenn du beispielsweise eine separate Warmwasserbereitung hast – etwa eine Solarthermieanlage oder eine Brauchwasserwärmepumpe, dann kann deine Luft-Wasser-Wärmepumpe auch mal Sommerurlaub machen. Auch wenn du keine Kühlung benötigst – beziehungsweise keine Flächenheizung oder Gebläsekonvektoren im Haus hast (die eine Voraussetzung für einen effizienten Kühlbetrieb sind) –, könntest du die Wärmepumpe vorübergehend abschalten beziehungsweise in den Stand-by-Modus versetzen.
Was solltest du beachten, wenn du die Wärmepumpe im Sommer abschalten möchtest?
Thermostate aufdrehen: Wenn du Heizkörper hast, empfiehlt es sich, die Thermostate komplett zu öffnen. Das verhindert, dass sich Ventile über den Sommer festsetzen und im Winter blockieren.
Wasserkreislauf im Blick behalten: Auch wenn die Heizfunktion ausgeschaltet ist, kann es hilfreich sein, die Heizkreislaufpumpe gelegentlich laufen zu lassen, um Ablagerungen und Verkalkung zu vermeiden.
Legionellenschutz nicht vernachlässigen: Wenn du die Warmwasserbereitung pausierst, lagert das Wasser im Speicher längere Zeit lauwarm. Das wiederum begünstigt das Wachstum von Legionellen, weshalb moderne Systeme eigens dafür Programme für eine sichere Abschaltung nutzen – und die benötigen Strom.
Auf Frostschutz achten: Das mag im Sommer kein besonders wahrscheinlicher Fall sein, ist aber trotzdem ein essenzieller Schutzmechanismus jeder Wärmepumpe, für den sie Strom benötigt: Um bei einem unerwarteten Frosteinbruch, etwa in kühleren Nächten im Frühherbst, Frostschäden an der Anlage zu verhindern, lassen Wärmepumpen die Frostschutzfunktion laufen.
Bevor du die Wärmepumpe selbst abschaltest, lohnt sich immer ein Blick in die Bedienungsanleitung – oder eine Rücksprache mit Fachpersonal, um sicherzustellen, dass alle Schutzmaßnahmen berücksichtigt sind.
Wenn du längere Zeit gar nicht zu Hause bist, etwa bei einem mehrwöchigen Sommerurlaub, ist es sinnvoll, die Urlaubsfunktion der Anlage zu nutzen, um Energie zu sparen.
Die Urlaubsfunktion unterscheidet sich vom normalen Sommerbetrieb darin, dass sie die Wärmepumpe in einen noch sparsameren Modus versetzt. Während im Sommerbetrieb weiterhin regelmäßig Warmwasser bereitet wird, reduziert die Urlaubsfunktion diese Zyklen auf ein Minimum oder setzt sie aus, um den Energieverbrauch während deiner Abwesenheit deutlich zu senken. Gleichzeitig sorgt sie aber dafür, dass wichtige Schutzfunktionen wie der Legionellenschutz weiterhin aktiviert bleiben. So vermeidest du unnötigen Energieverbrauch, ohne die Sicherheit oder die Hygiene deines Warmwassersystems zu gefährden.
Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen sind wahre Outdoor-Spezialisten. Sie sind darauf ausgelegt, bei einer Vielzahl von Witterungsbedingungen zuverlässig zu arbeiten – sowohl bei klirrendem Frost als auch bei drückender Hitze.
Grundsätzlich sind hohe Außentemperaturen für eine Wärmepumpe vorteilhaft, da sie effizienter arbeitet, wenn die Luft viel Wärme enthält. Allerdings kann es während extremer Hitzeperioden sein, dass sich die Effizienzkurve abflacht oder gar leicht sinkt, insbesondere wenn die Umgebungstemperatur über 35 Grad Celsius steigt.
Vor allem direkte Sonneneinstrahlung lässt das Gehäuse der Außeneinheit stark aufheizen. Obwohl die Temperaturdifferenz zwischen der Außenluft und dem benötigten Warmwasser dann geringer ist, ist der Verdichter in dem Fall stärker gefordert. Dies liegt daran, dass der Druck des Kältemittels im System bei hohen Temperaturen bereits höher ist, noch bevor es überhaupt im Verdichter ankommt. Außerdem funktioniert die Wärmeabfuhr über den Verflüssiger weniger effizient.
Allerdings sind das Extremfälle. Moderne Wärmepumpen arbeiten auch bei großer Hitze effizient, ohne den Verdichter unnötig zu belasten. Dein Installationsbetrieb wird darauf achten, das Außengerät möglichst an einem halbschattigen Platz zu installieren, oder dir gegebenenfalls eine leichte Überdachung empfehlen, die Schatten spendet, aber die Luftzirkulation nicht behindert.
Mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe von 1KOMMA5° musst du dir keine Gedanken um die richtige Einstellung machen. Unsere zertifizierten Meisterbetriebe übernehmen die Installation, Inbetriebnahme und Konfiguration der Wärmepumpe so, dass sie optimal auf dein Haus und deine individuellen Heizgewohnheiten abgestimmt ist. Zudem sind unsere Luft-Wasser-Wärmepumpen dank des Vier-Wege-Ventils auch in der Lage, deine Wohnräume bei heißen Außentemperaturen über die Fußbodenheizung oder Gebläsekonvektoren etwas zu kühlen – verschwitzte und schlaflose Tropennächte gehören damit der Vergangenheit an.