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Wann wird die Wärmepumpe Pflicht?

Wärmepumpen sind im Neubau längst Standard. Aber auch im Bestand bieten sie viele Vorteile. Das Gebäudeenergiegesetz („Heizungsgesetz“) soll den Umstieg auf klimafreundliche Heizungen beschleunigen. Muss die alte Gas- oder Ölheizung jetzt raus? Für wen wird der Einbau einer Wärmpumpe Pflicht? Bleibt die Wärmepumpen-Förderung? Alle Fakten (und Prognosen) im Überblick.

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Das Wesentliche in Kürze

  • Gebäudeenergiegesetz: Die viel zitierte Wärmepumpen-Pflicht gibt es so nicht. Eine Pflicht trifft derzeit nur in bestimmten Fällen zu: Das Gebäudeenergiegesetz oder „Heizungsgesetz“ schreibt vor, dass künftig nur noch Heizungen neu eingebaut werden dürfen, die zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Wärmepumpen erfüllen diese Vorgabe problemlos und sind in den meisten Fällen schlichtweg die effizienteste Heiztechnologie, die gegenwärtig verfügbar ist. Ob und wie lange das Gesetz nach den Neuwahlen am 23. Februar 2025 noch Bestand haben wird, ist unklar.

  • Neubaugebiete: Hier müssen laut Gesetz bereits seit 2024 alle neuen Heizungen die 65-Prozent-Regel erfüllen, also klimafreundlich sein. 

  • Andere Neubauten und Bestand: Für alle übrigen Gebäude, sowohl Neubau als auch Bestand, gibt es Übergangsfristen. Die Regelungen dafür treten nach aktuellem Stand (Mitte Februar 2025) spätestens Mitte 2028 in Kraft, sobald die kommunale Wärmeplanung vorliegt.

  • Alte Heizungen: Funktionierende Öl- und Gasheizungen dürfen weiter betrieben und repariert werden. Spätestens 2045 ist dann aber grundsätzlich Schluss mit fossilen Brennstoffen – auch wieder nach aktuellem Stand, denn was die neue Regierung beschließen wird, weiß noch niemand. Doch Gesetze hin oder her – eine Wärmepumpe ist generell die effizienteste und auf lange Sicht kostengünstigste Form des Heizens.

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Die Wärmewende kommt

Deutschland hat sich dazu verpflichtet, bis 2045 klimaneutral zu sein. Um dieses Klimaziel zu erreichen, braucht es neben der Verkehrs- und Energie- auch eine Wärmewende. Denn wir verwenden in Deutschland mehr als ein Drittel unseres gesamten Energiebedarfs zum Heizen von Gebäuden und zur Versorgung mit Warmwasser

Die Energie dafür stammt zu einem großen Teil noch immer aus fossilen Brennstoffen (Gas und Öl), auch wenn der Anteil der Erneuerbaren an der Stromversorgung im Jahr 2024 bereits bei 59 Prozent lag. Damit Deutschland in 20 Jahren klimaneutral ist, muss es jedoch so gut wie komplett von fossilen Energien unabhängig sein. Neue Heizungen spielen also eine entscheidende Rolle.

Fun Fact: Der Umstieg auf Wärmepumpen ist nicht die erste Wärmewende in der Bundesrepublik. Die Älteren erinnern sich vielleicht: Noch vor wenigen Jahrzehnten roch es vielerorts stark nach Kohleöfen. Denn bis in die 1990er-Jahre hinein wurde in Deutschland gern mit Kohle geheizt. Dann kam der große Umstieg auf Öl und Gas. Ein erster Schritt zu besserer Luft – und jetzt folgt der nächste.

Klimafreundlich heizen: gesetzliche Grundlagen

Das Wärmeplanungsgesetz (WPG) und das Gebäudeenergiegesetz (GEG) sollen den Umstieg auf klimafreundliche Heizungen erleichtern. Beide gelten seit Januar 2024. Wie lange sie noch Bestand haben, hängt vom Regierungswechsel nach den vorgezogenen Neuwahlen am 23. Februar 2025 ab.

Wärmeplanungsgesetz (WPG, „Fernwärmegesetz“)

Das Wärmeplanungsgesetz (WPG) sieht vor, dass die Bürgerinnen und Bürger über die Wärmeplanung der Kommunen informiert werden. So wissen sie, ob sie künftig mit einem Fernwärmeanschluss oder mit einem klimaneutralen Gasnetz rechnen können – oder ob sie sich beim Heizungsneubau für eine andere klimafreundliche Option entscheiden sollten. Das könnte zum Beispiel eine Wärmepumpe sein. Bis spätestens Mitte 2028 (Großstädte bis Mitte 2026) müssen die Kommunen ihre Pläne vorlegen.

Gebäudeenergiegesetz (GEG, „Heizungsgesetz“)

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist auch bekannt als „Heizungsgesetz“ oder „Wärmepumpen-Gesetz“. Es schreibt vor, dass nur noch Heizungen neu eingebaut werden dürfen, die zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Für bestimmte Neubauten gilt dies jetzt schon. Für andere Gebäude gibt es Übergangsfristen bis Mitte 2028, die eng an die kommunale Wärmeplanung gekoppelt sind. 

Aufgepasst: Bis Ende 2028 gibt es auch noch den sogenannten Geschwindigkeitsbonus, mit dem du deine Wärmepumpe zu 20 Prozent fördern lassen kannst! Danach sinkt der Bonus alle zwei Jahre um 3 Prozent.

Nochmal aufgepasst

Auch wenn im Zusammenhang mit dem GEG meist von einer Wärmepumpen-Pflicht die Rede ist – wer klimafreundlich heizen will, hat mehrere technische Möglichkeiten, zum Beispiel Pelletheizungen, Solarthermie, Hybridheizungen (Kombination aus Erneuerbaren plus Gas oder Öl) oder den Anschluss an ein Fernwärmenetz. Strenggenommen gibt es also keine Wärmepumpen-Pflicht. Die Wärmepumpe ist aber in den meisten Fällen die effizienteste Lösung, um die Anforderungen für klimafreundliches Heizen zu erfüllen.

Wärmepumpen-Pflicht: Ab wann und für wen?

Wie schon gesagt, ist der Begriff „Wärmepumpen-Pflicht“ ein wenig irreführend. Die Pflicht zum Einbau neuer klimafreundlicher Heizungen gilt seit 2024 stufenweise für bestimmte Gebäudetypen und mit bestimmten Fristen

  • Neubauten in Neubaugebieten: In ihnen müssen bereits seit 2024 klimaschonende Heizungen (also mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien) verbaut werden.

  • Neubauten in anderen Gebieten: Für alle anderen Neubauten ergeben sich beim Einbau neuer Heizungen erst Pflichten, wenn die zuständige Kommune ihre Wärmeplanung beschließt, also frühstens Mitte 2026 und spätestens Mitte 2028.

  • Bestandsgebäude: Hier gelten die gleichen Regelungen wie für Neubauten in anderen Gebieten.

Gut zu wissen

Klimafreundlich heizen und dabei Kosten senken? Mit der passenden Wärmepumpe ist das in aller Regel auch im Bestand möglich. Wir sagen dir, was du zur sogenannten Wärmepumpen-Pflicht im Altbau wissen musst – und was du bei der Planung bedenken solltest.

Sind Öl- und Gasheizungen jetzt verboten?

Nein. Das sogenannte „Wärmepumpen-Gesetz“ sieht vor, dass du eine funktionierende Heizung weiter betreiben darfst. Gleiches gilt für kaputte Heizungen, die sich reparieren lassen. Ist keine Reparatur mehr möglich, hast du in der Regel fünf Jahre Zeit, um auf eine klimafreundliche Heizung umzusteigen. Bis dahin kannst du dir zum Beispiel eine gebrauchte Öl- oder Gasheizung einbauen lassen. 

Bis zum Ablauf der Fristen für die Wärmeplanung darfst du dir theoretisch auch eine neue Öl- oder Gasheizung einbauen. Bedenke aber, dass fossile Heizungen ab 2029 – zumindest nach aktueller Gesetzeslage – einen wachsenden Anteil an erneuerbaren Energien wie Biogas oder Wasserstoff nutzen müssen: 2025 sind es zum Beispiel mindestens 30 Prozent und 2040 mindestens 60 Prozent. 

Nur in Härtefällen können Eigentümerinnen und Eigentümer von der Pflicht zum klimafreundlichen Heizen befreit werden. Eine neue Wärmepumpe ist also auf lange Sicht meist die bessere Lösung.

Warum du schon vor der Wärmepumpen-Pflicht umsteigen solltest

Mach dir also rechtzeitig über den Wechsel zur Wärmepumpe Gedanken – nicht nur wegen der aktuellen Rekordzuschüsse vom Staat. Das Heizen mit fossilen Brennträgern wird in den kommenden Jahren durch den steigenden CO2-Preis deutlich teurer werden. Spätestens 2045 ist endgültig Schluss mit den alten Öl- oder Gasheizungen. Dann dürfen Heizungen grundsätzlich nicht mehr mit fossilen Brennstoffen laufen.

Satte Zuschüsse: Für den Umstieg auf eine Wärmepumpe gibt es aktuell bis zu 70 Prozent Förderung vom Staat. Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) berücksichtigt Ausgaben bis zu 30.000 Euro. Das heißt: Du erhältst bis zu 21.000 Euro Zuschuss. Eine gute Wärmepumpe bekommst du so schon ab 9.000 Euro – und zwar im Komplettpaket, inklusive Installation. Damit ist sie sogar günstiger als eine neue Gasheizung und spart ab dem ersten Tag enorm Betriebskosten. Im Vergleich dazu könnten die Betriebskosten für Gas aufgrund des steigenden CO2-Preises bald bisher ungeahnte Höhen erreichen.

Wärmepumpen Förderung 2024

Bleibt die Wärmepumpen-Förderung?

Der Bruch der Ampel-Koalition mit den vorgezogenen Neuwahlen am 23. Februar 2025 wirft viele Fragen auf. Auch die Wärmepumpen-Förderung steht jetzt wieder im Fokus der Öffentlichkeit. Viele Menschen sind unsicher: Bleibt es bei den aktuellen Zuschüssen? 

Einige Parteien haben angekündigt, das bestehende Gebäudeenergiegesetz ändern oder abschaffen zu wollen. Derzeit ist also unklar, ob die Gesetzeslage und die Förderung für Wärmepumpen in der derzeitigen Form weiter bestehen bleiben. Das bedeutet: Genau jetzt ist erst recht der richtige Zeitpunkt für deine Wärmepumpe.

7 weitere Gründe für eine Wärmepumpe

Ganz unabhängig vom Wärmepumpen-Gesetz und von der staatlichen Förderung: Es gibt mehr Argumente für eine Wärmepumpe, als du vielleicht glaubst. 

Zukunftssicher

Wärmepumpen sind die Technik der Zukunft. Sie nutzen überwiegend kostenlose und saubere Energien aus der Umwelt. Und das sind praktisch unerschöpfliche Ressourcen.

Effizient

Eine Wärmepumpe erzeugt 3- bis 5-mal mehr Energie, als sie für den Betrieb braucht. Damit hat sie einen deutlich höheren Wirkungsgrad als eine Öl- oder Gasheizung. Die verbrauchen nämlich mehr Energie, als sie produzieren.

Günstig

Weil Wärmepumpen einen hohen Wirkungsgrad haben, kannst du deine laufenden Heizkosten reduzieren. Damit amortisieren sich Wärmepumpen schneller als herkömmliche Anlagen. Auch die Wartungskosten sind geringer.

Klimafreundlich

Wenn du deine Wärmepumpe mit grünem Strom nutzt, etwa aus deiner eigenen Solaranlage, verursacht sie im Betrieb keine CO2-Emissionen. Du heizt also deutlich umweltfreundlicher und leistest einen wertvollen Beitrag für Klima und Umwelt. 

Unabhängig

Mit einer Wärmepumpe machst du dich unabhängiger vom Markt der fossilen Brennstoffe und seinen Preisschwankungen. Erzeugst du mit einer Solaranlage eigenen Strom, bist du zu bestimmten Zeiten nahezu autark.

Wertsteigernd

Eine Wärmepumpe ist ein wertvolles Investment, das nicht nur zu erheblichen Energie- und Kosteneinsparungen führt, sondern auch den Wert deiner Immobilie steigert.

Komfortabel

Du kannst deine Wärmepumpe im Sommer (unter bestimmten technischen Voraussetzungen und bis zu einem gewissen Grad) auch zum Kühlen nutzen. Dazu wird der Kältemittelkreislauf praktisch umgedreht und du kühlst in der Regel nachhaltiger als mit einer herkömmlichen Klimaanlage.

Wärmepumpe: Die Nachfrage steigt.

Tatsächlich ist die Nachfrage nach Wärmepumpen in den letzten Jahren stark gestiegen. Ende 2023 waren sie in 5,3 Prozent der deutschen Wohngebäude verbaut. Das klingt vielleicht nach wenig. De facto hat sich der Anteil von Wärmepumpen aber binnen zehn Jahren verdoppelt.

Ebenfalls Ende 2023, also noch vor der sogenannten Wärmepumpen-Pflicht, heizten fast zwei Drittel (64,6 Prozent) aller neu errichteten Wohngebäude mit Wärmepumpen. Kein Wunder: Wärmepumpen sind die Zukunft des Heizens. 

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