Ein weiterer Grund, warum Strom in Deutschland teuer ist, sind Abgaben wie Netzentgelte und Steuern. Betrachtet man die Strompreise der EU vor Abgaben und Steuern, landen neben Irland auch noch Luxemburg, Belgien und die Niederlande vor Deutschland. Ohne Steuern und Abgaben kostet die Kilowattstunde in Deutschland etwa 26 Cent.
„Wir könnten die Netzentgelte deutlich senken, wenn zum Beispiel Redispatch-Maßnahmen besser vermieden werden, also das kurzfristige Abschalten bzw. Hochfahren von Kraftwerken”, sagt Jannik Schall. „Statt Erzeugungsanlagen gegen Entschädigung abzuschalten, ermöglicht eine intelligente Steuerung das vorausschauende Verschieben von Strommengen zwischen Speichern und flexiblen Verbrauchern. Das senkt die Netzkosten für alle nachhaltig.”
Eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger beziffert das Einsparpotenzial intelligent integrierter dezentraler Lösungen bei den Netzinvestitionen auf bis zu ca. 1,4 Milliarden Euro pro Jahr. Es entstünde ein gesamtwirtschaftlicher Mehrwert von 255 Milliarden Euro bis 2045. Außerdem könnten die Flexibilitätskosten – verstanden als Redispatchkosten – um ca. 40 Prozent sinken.3