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Ladesäulenatlas 2026: Stuttgart hat die meisten Ladepunkte, Ladenetz wächst bundesweit um 24 Prozent

1KOMMA5° hat die öffentliche Ladeinfrastruktur für E-Autos und das prozentuale Wachstum in allen 107 kreisfreien Städten und 294 Landkreisen Deutschlands analysiert und die Dichte des Netzes berechnet.
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Das Wesentliche in Kürze

  • Städte: Höchste Dichte an Ladepunkten in Stuttgart, München neu in den Top Drei – Schwabach (Bayern) verzeichnet stärkstes Wachstum (+ 112 Prozent)

  • Landkreise: Kreis Mettmann (NRW) neuer Spitzenreiter, Landkreis Prignitz (Brandenburg) bleibt Letzter, Kreis Wesermarsch (Niedersachsen) mit größtem prozentualen Zuwachs 

  • E-Auto zu Hause zu laden 90 Prozent günstiger als an der öffentlichen Ladesäule – geplante 50-Prozent-Kappung im EEG trifft pauschal flexible Verbraucher hinter dem Hausanschluss und bremst bidirektionales Laden aus

Die Zahl der öffentlichen Ladesäulen in Deutschland wächst. Laut aktuellen Daten der Bundesnetzagentur sind derzeit 209.136 öffentliche Ladepunkte, davon 150.316 Normal- und 58.820 Schnellladepunkte, verfügbar.1 Die Dichte des Ladenetzes ist damit im Vergleich zum Vorjahr um rund 24 Prozent gestiegen. 1KOMMA5° hat für jede kreisfreie Stadt und jeden Landkreis die Dichte der Ladepunkte auf 100 km² sowie deren prozentuale Veränderung zum Vorjahr berechnet.

Städte: Höchste Dichte an Ladepunkten in Stuttgart, München neu in den Top Drei – Schwabach (Bayern) verzeichnet stärkstes Wachstum (+ 112 Prozent)

Unter allen 107 kreisfreien Städten Deutschlands bleibt Stuttgart mit großem Abstand Spitzenreiter. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt kommen auf 100 km² 2.107 Ladepunkte. Das ist ein Zuwachs von zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf dem zweiten Rang folgt Regensburg (1.452 Ladepunkte, +19 Prozent). Neu in den Top Drei ist München (1.179 Ladepunkte, +19 Prozent). Am unteren Ende steht Suhl in Thüringen (53 Ladepunkte, +6 Prozent), das Brandenburg an der Havel als Stadt mit der geringsten Dichte ablöst.

Prozentual verdichtet sich das Ladenetz abseits der großen Metropolen am stärksten: Im bayerischen Schwabach (172 Ladepunkte auf 100 km²) wuchs die Ladeinfrastruktur um 112 Prozent, gefolgt von Mülheim an der Ruhr mit 89 Prozent.

„Der Aufwärtstrend bei den Ladepunkten ist ein positives Signal“, sagt Jannik Schall, Produktchef und Mitgründer von 1KOMMA5°. „Die Ladeinfrastruktur wächst aber ungleichmäßig. Während Metropolen dicht versorgt werden, sieht es in kleinen Städten und ländlichen Regionen weniger gut aus. Hier gibt es weiteren Nachholbedarf, wenn der Umstieg auf das E-Auto flächendeckend gelingen soll.“

Landkreise: Kreis Mettmann (NRW) neuer Spitzenreiter, Landkreis Prignitz (Brandenburg) bleibt Letzter, Kreis Wesermarsch (Niedersachsen) mit größtem prozentualen Zuwachs

Bei den 294 Landkreisen gibt es einen Wechsel an der Spitze: Der Kreis Mettmann in Nordrhein-Westfalen verzeichnete ein starkes Wachstum von 40 Prozent und liegt mit 344 Ladepunkten auf 100 km² nun auf dem ersten Platz. Er verdrängt den Kreis Böblingen in Baden-Württemberg (328 Ladepunkte, +19 Prozent) auf Rang zwei.

Der niedersächsische Landkreis Wesermarsch verzeichnete mit 113 Prozent das stärkste Wachstum bundesweit. Wie bei den Städten in Schwabach gilt aber: Bei niedrigem Ausgangsniveau sind große prozentuale Sprünge leichter zu erreichen. In der Wesermarsch kommen lediglich knapp 30 Ladepunkte auf 100 km². Schlusslicht ist, wie bereits im Vorjahr, die Prignitz (Brandenburg) mit nur 3,5 Ladepunkten auf 100 km².

„Auf dem Land gibt es deutlich weniger öffentliche Ladepunkte, dafür sind die Bedingungen für eine eigene Wallbox häufig ideal“, sagt Jannik Schall. „Laden mit Solarstrom macht unabhängig und senkt die Kosten. Entscheidend ist eine intelligente Steuerung mit Anbindung an den dynamischen Strommarkt, damit das E-Auto dann lädt, wenn der Strom günstig ist. Mit derselben Steuerung lässt sich künftig auch Strom aus dem E-Auto ins Netz verkaufen, wenn er knapp und teuer ist. Das bringt zusätzliche Einnahmen.“

Bundesländer: Hamburger Ladenetz wächst am stärksten; deutliches Ost-West-Gefälle

Auf Länderebene verzeichnet Hamburg mit 67 Prozent den stärksten Zuwachs aller Bundesländer und rückt mit nun 791 Ladepunkten auf 100 km² näher an Berlin (849 Ladepunkte) heran. 

Abseits der Stadtstaaten zeigt sich weiterhin ein Ost-West-Gefälle. Während Flächenländer wie Nordrhein-Westfalen (121 Ladepunkte auf 100 km²) oder Baden-Württemberg (99 Ladepunkte auf 100 km²) auf eine vergleichsweise dichte Infrastruktur blicken, bilden die ostdeutschen Länder Thüringen (26 Ladepunkte), Sachsen-Anhalt (18), Brandenburg (17) und Mecklenburg-Vorpommern (14), trotz teils starkem prozentualem Wachstum, die Schlusslichter im Ranking.

E-Auto zu Hause zu laden 90 Prozent günstiger als an der öffentlichen Ladesäule – geplante 50-Prozent-Kappung im EEG würde bidirektionales Laden ausbremsen

Egal, ob in einer Stadt mit vielen öffentlichen Ladesäulen oder in einer ländlichen Gegend mit wenigen Ladepunkten, am günstigsten lädt man zu Hause. Für das Tanken an einer Normalladesäule werden rund 58 Cent pro Kilowattstunde fällig.2 An Schnellladesäulen zahlt man im Schnitt 62 Cent/kWh.2 Zum Vergleich: Haushaltsstrom kostet 2026 im Durchschnitt 37 Cent.3 

„Strom aus einer Photovoltaikanlage kostet nur etwa sechs Cent pro Kilowattstunde“, sagt Jannik Schall. „Das sind 90 Prozent geringere Kosten als an der Ladesäule. Günstiger und mit weniger Emissionen kann man nicht Auto fahren.“  

Noch mehr Potenzial bietet das bidirektionale Laden (Vehicle-to-Grid, V2G). Eine intelligente Steuerung verkauft Strom aus dem E-Auto, wenn er knapp und teuer ist. Der aktuelle Regierungsentwurf zum EEG sieht allerdings vor, dass Haushalte mit neuer Solaranlage dauerhaft nur noch höchstens die Hälfte der Anlagenleistung ins Netz einspeisen dürfen, und zwar für den gesamten Hausanschluss, also auch für Batteriespeicher und E-Auto.

„Die geplante 50-Prozent-Kappung bestraft genau die Haushalte, die das unflexible Stromnetz durch bidirektionales Laden entlasten wollen“, sagt Jannik Schall. „Wir brauchen volle Flexibilität, damit Verbraucher ihre Anlagen, Speicher und E-Autos optimal nutzen können und die Netzkosten für alle sinken.“

Quellen

1Bundesnetzagentur und eigene Berechnung Stand der Daten: 1.9.2026

2Quelle:  www.tagesschau.de/wirtschaft/technologie/elektro-autos-laden-100.html [abgerufen am 11.9.2026]

3BDEW-Strompreisanalyse (www.bdew.de/service/daten-und-grafiken/bdew-strompreisanalyse/) [abgerufen am 17.9.2026]

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