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Gas an der Börse so teuer wie seit über drei Jahren nicht – Heizkosten könnten deutlich steigen

Der Preis für Gas im europäischen Großhandel ist auf den höchsten Stand seit Januar 2023 geklettert. 1KOMMA5° hat berechnet, was dieser Preisanstieg für Endkunden bedeuten könnte.
Aktualisiert am

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3 min

Das Wesentliche in Kürze

  • Gaspreis im Großhandel erreicht 68,57 Euro/MWh – mehr als doppelt so teuer wie vor einem Jahr  

  • Geben Gasversorger gestiegene Börsenpreise weiter, drohen Haushalte mit Gasheizung Mehrkosten von knapp 800 Euro im Jahr

  •  Preisanstiege variieren je nach Einkaufsstrategie der Gasanbieter

  • Umstieg auf Wärmepumpe in Kombination mit eigener Stromerzeugung bietet dauerhafte Unabhängigkeit von fossilen Preissteigerungen

Der Gaspreis im europäischen Großhandel ist deutlich gestiegen. Eine Megawattstunde Gas (entspricht 1.000 Kilowattstunden) kostet am europäischen Handelspunkt für Gas in den Niederlanden (Dutch TTF) aktuell 68,57 Euro.1 Das ist mehr als doppelt so viel wie zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr (31,56 €/MWh). Zuletzt lag der Gaspreis im Januar 2023 auf diesem Niveau, maßgeblich beeinflusst durch den russischen Krieg in der Ukraine.

„Die aktuell steigenden Gaspreise machen deutlich, wie unsicher und teuer fossile Energien bleiben“, sagt Jannik Schall, Produktchef und Mitgründer von 1KOMMA5°. „Derzeit rechnen wir nicht mit einem schnellen Preisverfall. Durch die höhere Gasnachfrage mit Ende des Sommers und Beginn der Heizsaison erhöht sich der Druck auf die Märkte jetzt zusätzlich.“

Geben Gasversorger gestiegene Börsenpreise weiter, drohen Haushalte mit Gasheizung Mehrkosten von knapp 800 Euro im Jahr

Geben Gasversorger die gestiegenen Einkaufspreise vollumfänglich an ihre Kundinnen und Kunden weiter, drohen deutliche Mehrkosten. Vor allem bei Neukundentarifen und auslaufenden Gasverträgen könnten sich gestiegene Großhandelspreise zeitnah auswirken. 

1KOMMA5° hat eine Modellrechnung für Neukunden vorgenommen: Angenommen, ein Haushalt im Eigenheim hat vor einem Jahr einen Gasvertrag für 9,62 ct/kWh abgeschlossen, so zahlte er bei einem Verbrauch von 18.000 kWh 1.732 Euro.

Die reine Gasbeschaffung macht etwa 40 bis 50 Prozent des Endkundenpreises aus. Nimmt man an, dass alle übrigen Entgelte, Abgaben und die Marge des Versorgers konstant bleiben, würde der Anstieg der Großhandelspreise von rund 31 Euro auf 68 Euro pro MWh bedeuten, der Preis im Anschlussvertrag steigt auf 14,02 Cent/kWh. Dann müsste der gleiche Haushalt bei gleichem Verbrauch bereits 2.524 Euro zahlen. Ein Anstieg um 792 Euro.2

Preisanstiege je nach Einkaufsstrategie der Gasanbieter, Umstieg auf Wärmepumpe bietet dauerhafte Unabhängigkeit von fossilen Preissteigerungen

Preissteigerungen im Großhandel treffen Haushaltskunden allerdings in der Regel nicht sofort. Energieversorger kaufen ihre Gasmengen zu unterschiedlichen Zeitpunkten und vor allem Grundversorger teils langfristig am Terminmarkt ein. Je länger die Preise hoch sind, desto wahrscheinlicher wird eine teilweise bis vollständige Weitergabe der Preise an Endkunden. 

„Wer sich gegen wiederkehrende Preisschocks am Gasmarkt absichern will, muss sich von fossilen Energieträgern lösen“, sagt Jannik Schall. „Der Umstieg auf eine Wärmepumpe, idealerweise gekoppelt mit eigener Stromerzeugung und intelligenter Steuerung, ist die wirksamste Möglichkeit, um die eigenen Heizkosten langfristig gering zu halten und planbar zu machen.“

Quellen

1Dutch TTF, Frontmonat-Future, tägliche Schlusskurse in €/MWh. TTF (Title Transfer Facility) ist der wichtigste europäische Gashandelsplatz und gilt als Leitindex für den europäischen Gaspreis, de.investing.com/commodities/dutch-ttf-gas-c1-futures; Stand 24.8.2026

2eigene Berechnung, durch den Preisanstieg fällt auch die MwSt. in absoluten Zahlen höher aus als vor einem Jahr

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