
Du möchtest deine Ölheizung gegen eine Wärmepumpe ersetzen? Für Umwelt und Klima lohnt sich der Heizungstausch! Und fürs Sparschwein? Die Höhe deines zukünftigen Stromverbrauchs kannst du schon vorher abschätzen. Wie du deinen bisherigen Verbrauch an Heizöl in Kilowattstunden (kWh) Strom für die Wärmepumpe umrechnen kannst, zeigen wir dir Schritt für Schritt.
Strom statt Heizöl: Eine Ölheizung erzeugt Wärme durch Verbrennung. Wärmepumpen nutzen dagegen Energiequellen wie die Außenluft oder das Erdreich und heben diese mithilfe von Strom auf das nötige Temperaturniveau.
Realistischer Vergleich: Um den Verbrauch fair zu vergleichen, musst du die Verluste deiner alten Heizung berücksichtigen. Nicht jeder Liter Öl wird zu 100 % in Wärme umgewandelt.
Einflussfaktoren: Witterung, Dämmung (z. B. Isolierverglasung oder Dämmschicht) und die Vorlauftemperatur bestimmen die Effizienz.
Präzise Dimensionierung:Viel hilft nicht viel. Eine zu große Wärmepumpe arbeitet ineffizient. Eine exakte Heizlastberechnung ist Pflicht.

Bekannt aus
Die Ölheizung gehört unter den Heizsystemen buchstäblich zum alten Eisen. Um ein Haus mit Wärme zu versorgen, verbrennt sie Heizöl. Das System verursacht einen hohen Ausstoß an CO2 und anderen Schadstoffen. Darum sollen Ölheizungen schrittweise verschwinden. Den Anfang machen alte, ineffiziente Modelle: Nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) müssen vor allem veraltete Konstanttemperaturkessel, die älter als 30 Jahre sind, ausgetauscht werden. Moderne Niedertemperatur- und Brennwertkessel sind von dieser pauschalen Austauschpflicht oft ausgenommen, doch ihre Betriebskosten steigen stetig.
Auch wenn deine Ölheizung noch läuft, lohnt sich der Wechsel. Durch steigende CO2-Abgaben wird das Heizen mit fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas in den kommenden Jahren immer teurer. Ein Heizkostenvergleich zeigt oft schon heute Vorteile für erneuerbare Systeme.
Eine kostengünstige und umweltfreundliche Alternative ist die Wärmepumpe. Sie macht sich die überall vorhandene, kostenlose Wärmeenergie der Umwelt zunutze – sei es aus der Luft, dem Wasser oder über eine Erdwärmepumpe aus dem Boden. Die Strommenge, die sie dafür benötigt, setzt sie effizient ein: Aus einer Kilowattstunde Strom produziert sie 3 bis 5 Kilowattstunden Heizenergie. Das entspricht einem Wirkungsgrad von 300 bis 500 Prozent. Ölheizungen erreichen oft nur einen Nutzungsgrad von 70 bis 90 Prozent. Damit sind Wärmepumpen hinsichtlich ihres Energieeinsatzes deutlich sparsamer.
Wenn du wissen möchtest, welches Einsparpotenzial eine Wärmepumpe gegenüber deiner alten Ölheizung bietet, musst du zunächst deinen jährlichen Heizölverbrauch kennen. Dafür reicht es nicht aus, die letzte Rechnung deines Energielieferanten zu prüfen, denn dein Jahresverbrauch entspricht nicht zwingend der getankten Heizölmenge. Aussagekräftiger ist ein Blick auf die Füllstandsanzeige deines Öltanks. Es empfiehlt sich, den Füllstand einmal im Jahr an einem festen Tag – beispielsweise am 31. Dezember – abzulesen. Anhand der Liefermenge und des Füllstands kannst du anschließend deinen Verbrauch berechnen.
Am Ablesetag sind 500 Liter Heizöl im Tank. Im Sommer bekommst du eine Lieferung von 2.000 Litern. Bei der erneuten Ablesung am Ende des Jahres hast du noch 700 Liter Heizöl übrig. Um den konkreten Verbrauch zu ermitteln, addierst du zunächst die getankte Heizölmenge zum vorhandenen Heizöl hinzu. Von der Summe subtrahierst du dann den Rest Heizöl:
500 l + 2.000 l = 2.500 l
2500 l – 700 l = 1.800 l
⮕ Der Heizölverbrauch liegt bei 1.800 Litern pro Jahr.
Dein Verbrauch schwankt je nach Witterung. Um verlässliche Durchschnittswerte zu erhalten, berechne das Mittel aus den letzten drei Jahren. Ein Blick in den lokalen Heizspiegel kann dir zusätzlich helfen, deinen Verbrauch einzuordnen.
Einen groben Überblick, wie sich das Alter eines Hauses typischerweise auf den Verbrauch auswirkt, kannst du dir mit dem folgenden Chart machen:
Mithilfe des konkreten Heizölverbrauchs kannst du den Jahreswärmebedarf deines Hauses ermitteln. Der Wärmebedarf beschreibt die Energiemenge in Kilowattstunden, die du pro Jahr tatsächlich zum Heizen und für Warmwasser aufwendest.
Hier machen viele einen Fehler: Sie setzen den Energieinhalt des Öls 1:1 mit dem Wärmebedarf des Hauses gleich. Doch deine alte Ölheizung hat niemals 100 % der Energie in Wärme verwandelt. Ein Teil ging durch den Schornstein oder als Abstrahlverluste im Keller verloren:
Den realistischen Energiebedarf berechnest du also so:
Heizölverbrauch x 10 kWh x 0,85 (Wirkungsgrad) = Tatsächlicher Wärmebedarf
Bezogen auf das Beispiel oben bedeutet das:
1.800 l x 10 kWh x 0,85 = 15.300 kWh
Der Jahreswärmebedarf im Gebäude liegt also eher bei 15.300 kWh statt bei 18.000 kWh. Die gute Nachricht: Deine neue Wärmepumpe muss weniger leisten, als du bisher an Öl bezahlt hast.
Manchmal fehlen Verbrauchsdaten. Dann hilft ein Kennwert basierend auf der Wohnfläche und dem Dämmstandard. Die folgende Tabelle zeigt typische Durchschnittswerte für den spezifischen Wärmebedarf:
Weicht dein errechneter Wert stark von diesen Durchschnittswerten ab, solltest du eine professionelle Berechnung durchführen lassen. Ein guter Kennwert für die Gebäudehülle ist entscheidend.
Um den Stromverbrauch der Wärmepumpe zu berechnen, benötigst du neben dem Wärmebedarf des Hauses noch die Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe.
Die Formel lautet:
Wärmebedarf des Gebäudes in kWh : JAZ = jährlicher Stromverbrauch
Die JAZ gibt das Verhältnis von zugeführter Energie zur gewonnenen Heizenergie an. Eine JAZ von 4 bedeutet: Aus 1 Teil Strom werden 4 Teile Wärme. Doch Vorsicht: Die JAZ ist kein fester Wert aus dem Katalog, sondern hängt von deinem Haus ab.
Ob du eine JAZ von 3, 4 oder 5 erreichst, entscheidet maßgeblich die Vorlauftemperatur deiner Heizkörper. Das ist die Temperatur, mit der das Wasser in die Heizung fließt.
Niedrige Vorlauftemperatur (35–50 °C): Die Wärmepumpe arbeitet sehr effizient (hohe JAZ).
Hohe Vorlauftemperatur (> 55 °C): Die Effizienz sinkt, der Stromverbrauch steigt.
Mach den Selbsttest: Stelle deine alte Heizung an kalten Tagen auf maximal 50 °C Vorlauftemperatur. Werden die Räume warm? Dann ist dein Haus "Wärmepumpen-ready".
Anstatt nur mit einem Wert zu rechnen, zeigt dir der folgende Chart, wie stark die Effizienz deinen Geldbeutel beeinflusst. Wir nutzen unseren korrigierten Wärmebedarf von 15.300 kWh (aus 1.800 Liter Öl).
Du siehst: Zwischen einer mäßigen und einer sehr guten Anlage liegen over 2.000 kWh Stromunterschied! Ein hydraulischer Abgleich und der Tausch kritischer Heizkörper können hier Wunder wirken und den Kennwert deiner Anlage massiv verbessern.
Mit dem geschätzten Stromverbrauch kannst du nun deine voraussichtlichen jährlichen Stromkosten berechnen. Für unsere Beispielrechnung nehmen wir das Szenario "Gut" (3.825 kWh) an.
Stromverbrauch x Kosten pro kWh = Stromkosten der Wärmepumpe
Rechnen wir mit einem durchschnittlichen Netzstrompreis von ca. 30 Cent (Stand 2026, konservativ geschätzt):
3.825 kWh x 0,30 Euro = 1.147,50 Euro
Zum Vergleich die Ölheizung: Bei 1.800 Litern Verbrauch und einem angenommenen Preis von ca. 1,10 Euro pro Liter (schwankend, plus CO2-Preis-Steigerung) liegen die reinen Brennstoffkosten bei:
1.800 l x 1,10 Euro = 1.980 Euro
Ersparnis: Rund 830 Euro pro Jahr allein an Energiekosten.
Hinzu kommen wegfallende Heiznebenkosten wie Schornsteinfeger und Abgasmessung. Ein Heizkostenrechner zeigt oft, dass sich die Investition schneller rentiert als gedacht. Außerdem die bereits erwähnten Mehrkosten durch den steigenden CO2-Preis, von welchen Wärmepumpen nicht betroffen sind - die Ölheizung hingegen natürlich schon:
Auch in puncto Wartungs- und Reparaturkosten schneiden Wärmepumpen besser ab als Ölheizungen. Die umweltfreundlichen Wärmeerzeuger besitzen weniger bewegliche Teile und sind weniger verschleißanfällig. Zudem sparst du dir die Kosten für das Kaminkehren.
Damit die Wärmepumpe effizient arbeitet, muss ihre Leistung exakt zum Gebäude passen. Entscheidend ist die Heizlast, die in Kilowatt (kW) (nicht kWh!) gemessen wird.
Welche Heizleistung du benötigst, kannst du grob überschlagen:
(Jahresverbrauch x 10 kWh x 0,85 Wirkungsgrad) : Betriebsstunden = benötigte Heizleistung in kW
Mit unseren bisherigen Werten und 2.100 Betriebsstunden ergibt sich demnach:
15.300 kWh : 2.100 h = 7,3 kW
Viele Hausbesitzer wollen "zur Sicherheit" eine größere Anlage (z. B. 12 kW statt 8 kW). Das ist bei Wärmepumpen fatal. Ist das Gerät zu stark, wird es die Wärme nicht los und schaltet sich ständig an und aus. Experten nennen das Takten.
Erhöhter Verschleiß (Lebensdauer sinkt).
Höherer Stromverbrauch.
Eine knappe Dimensionierung ist besser. Für die wenigen extrem kalten Tage im Jahr springt bei Bedarf ein Heizstab ein (monoenergetischer Betrieb) oder – bei Hybridlösungen – eine alte Gasheizung (bivalent). Der Punkt, ab dem die Wärmepumpe Unterstützung braucht, nennt sich Bivalenzpunkt.
Gerade in älteren Gebäuden sind bestehende Heizungen oft massiv überdimensioniert. Eine professionelle Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ist daher vor dem Kauf unerlässlich, um den exakten Kennwert für die Auslegung zu erhalten.
Wenn du dich für eine energieeffiziente Luft-Wasser-Wärmepumpe von 1KOMMA5° entscheidest, bekommst du eine Lösung, die perfekt zu dir und deinem Haus passt. Wir führen eine exakte Berechnung der Heizlast durch und dimensionieren deine Wärmepumpe kilowattstundengenau. Und mit unserem dynamischen Stromtarif Dynamic Pulse musst du dir noch weniger Gedanken über Kilowattstunden machen – du kaufst immer dann Strom ein, wenn er besonders günstig ist. Wie das smarte Gesamtsystem von 1KOMMA5° genau funktioniert, erläutern wir dir gern!